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Telekom macht ordentlich Kohle

Im Jahr 2005 hat die Telekom insgesamt deutlich mehr verdient also noch ein Jahr zuvor. Währen der Mobilfunkbereich weiter stark anzieht, bereitet das Festnetzgeschäft aber noch immer Sorgen.

02.03.2006, 08:30 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Im Kampf um ihre Arbeitsplätze bekommen diejenigen Telekom-Mitarbeiter, die von einer möglichen Stellenstreichung betroffen wären, neue Argumente: die Deutsche Telekom hat im Jahr 2005 deutlich mehr verdient, also noch ein Jahr zuvor. Allerdings gibt es nicht in allen Bereichen Grund zum Jubeln. Das geht aus dem aktuellen Jahresbericht hervor, der von der Telekom heute in Bonn vorgelegt wurde.
Gewinn zieht an
Der Umsatz stieg 2005 im Jahresvergleich um knapp vier Prozent von 57,35 Milliarden Euro auf 59,60 Milliarden Euro. Der Gewinn stieg um ein Vielfaches von 1,59 Milliarden Euro auf 5,58 Milliarden Euro an. Deutlich schwächer fiel allerdings das operative Ergebnis ohne Sondereffekte (EBITDA) aus: es stieg nur um 5,7 Prozent auf 20,73 Milliarden Euro. Analysten hatten zum Teil deutlich höhere Ziele erwartet.
Ein interessanter Trend zeichnete sich im Jahresvergleich bei einem Blick auf das vierte Quartal des vergangenen Jahres ab. Zwar konnte auch hier der Umsatz insgesamt um 5,4 Prozent gesteigert werden, auf dem deutschen Markt sackte er aber um 2,5 Prozent in den Keller. Der Gewinn knickte sogar um satte 43 Prozent ein. Während im vierten Quartal 2004 noch 1,74 Milliarden Euro Gewinn gemacht wurden, waren es im vierten Quartal 2005 nur noch 989 Millionen Euro.
T-Mobile gewinnt, T-Com verliert
Wesentlicher Wachstumstreiber war wieder einmal der Bereich Mobilfunk um T-Mobile. Hier stieg der Umsatz im Jahresvergleich um elf Prozent von 26,53 auf 29,45 Milliarden Euro. Der Gewinn stieg um satte 97,2 Prozent auf 3 Milliarden Euro. Weiter rückläufig ist der Umsatz im Bereich Breitband/Festnetz. Wurden 2004 noch 27,01 Milliarden Euro umgesetzt, waren es 2005 nur noch 26,04 Milliarden Euro. Ein Minus von 3,6 Prozent. Bei der T-Com stand Ende 2005 ein Umsatz von 24,7 Milliarden Euro nach 25,60 Milliarden Euro im Vorjahr, bei T-Online 2,09 Milliarden Euro nach 2,01 Milliarden Euro in 2004. Der Gewinn im Bereich Breitband/Festnetz ging um 7,4 Prozent auf 5,14 Milliarden Euro.
Für die Telekom offensichtlich aber kein Grund, die Aktionäre zu bestrafen. Sie sollen nach dem Willen des Vorstands 72 Cent je Aktie erhalten. Ein Jahr zuvor waren es 62 Cent je Aktie. Die Vorhersagen für das laufende Jahr sollen derweil gehalten werden. Das EBITDA soll wegen hoher Investitionen auf bis zu 20,2 Milliarden Euro zurückgehen, 2007 aber wieder auf bis zu 22,2 Milliarden Euro steigen. Der Umsatz soll jedes Jahr um jeweils etwa fünf Prozent gesteigert werden.

(Hayo Lücke)

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