Optimale Ausbauplanung

Telekom: Künstliche Intelligenz soll Glasfaserausbau beschleunigen

Nicht immer ist die kürzeste Verlegungsstrecke beim Glasfaserausbau auch wirtschaftlich die günstigste Variante. Die Deutsche Telekom setzt jetzt auf die Ermittlung der optimalen Ausbauplanung mittels künstlicher Intelligenz. Für das FTTH-Pilotprojekt in Bornheim hatte ein Messfahrzeug große Mengen an Oberflächendaten gesammelt.

Jörg Schamberg, 04.10.2018, 15:13 Uhr
Telekom MessfahrzeugEin Telekom-Messfahrzeug erfasste in Bornheim die Oberflächendaten.© Deutsche Telekom AG

Bonn – Neue Wege beim Glasfaserausbau will die Deutsche Telekom (DSL-Tarife der Telekom) Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
Sie können dieses Produkt natürlich auch woanders kaufen; der hier integrierte Werbelink ist ein Vorschlag und stellt weitere Informationen zur Verfügung. Partnerprogramme haben keinerlei Einfluss auf unsere redaktionelle Berichterstattung, Preise oder Platzierungen in Tarifrechnern.
beschreiten. Als nach eigenen Angaben erster Netzbetreiber in Europa setzt der Bonner Konzern bei der Ausbauplanung auf künstliche Intelligenz. Eine Software berechnet die optimale Strecke für einen schnelleren Ausbau.

Software wertet gesammelte Oberflächendaten aus

"Der kürzeste Weg zum Kunden ist nicht immer der wirtschaftlichste. Mit künstlicher Intelligenz in der Planung können wir den Glasfaser-Ausbau beschleunigen. So können wir unseren Kunden schneller und vor allem effizienter Breitband-Anschlüsse zur Verfügung stellen", so Telekom-Technikchef Walter Goldenits.

Die neue Software-basierte Technologie werte anhand von digital gesammelten Umgebungsdaten aus, ob es sich vielleicht lohnt, einige Meter zusätzliches Kabel zu verlegen. Berücksichtigt werde etwa, ob Kopfsteinpflaster aufwändig aufgegraben und wieder neu verlegt werden muss oder ob eine Baumwurzel beschädigt werden könnte.

Im Sommer hatte die Telekom für ihr FTTH-Pilotprojekt in Bornheim bei Bonn ein mit 360°-Kameras und Laser-Scanner ausgestattetes Messfahrzeug losgeschickt. Mit Hilfe von GPS-Technologie seien ausführliche Umgebungsdaten gesammelt worden. Bis zu 50 bis 80 Kilometer pro Tag könnten von dem Messfahrzeug befahren und erfasst werden. Pro Kilometer würden Oberflächendaten von circa 5 Gigabyte anfallen.

Bodenstruktur entscheidend für Ausbaukosten

Die Erfassung der Bodenstruktur sei wichtig für den beim Ausbau anstehenden technischen Aufwand und damit auch entscheidend für die Verlegungskosten. Feldwege lassen sich schneller und kostengünstiger öffnen und wiederherstellen als gepflasterte Oberflächen. Bei der automatisierten Datenauswertung unterstützt das Fraunhofer IPM die Telekom. Die von den Wissenschaftlern entwickelte Software erkenne automatisch die relevanten Objekte in den Messdaten und lokalisiere und klassifiziere diese. Insgesamt circa 30 verschiedene Kategorien wie Bäume, Laternen, Asphalt oder Kopfsteinpflaster würden erkannt. Bei Bäumen sei deren Wurzelstruktur entscheidend für die Wahl der Tiefbaumethode. Die Software erkenne etwa, ob es sich um einen Laub- oder einen Nadelbaum handele.

Nach der Erfassung der Daten würden Fahrzeuge und Personen anonymisiert – ebenfalls mit Hilfe künstlicher Intelligenz. Nachdem das Ergebnis der erfassten Messdaten mit der bereits vorhandenen Infrastruktur abgeglichen wurde, stehe die optimale Verlegungsroute fest. Ein Telekom-Planer könne diese nach Prüfung dann abschließend freigeben.

Günstige Internet-Tarife finden
Kommentieren Forum
Zum Seitenanfang