Mobilfunkausbau

Telekom kritisiert 1&1 Drillisch: "National Roaming ist Mogelpackung"

Die deutschen Mobilfunknetzbetreiber wehren sich gegen eine mögliche Pflicht zum "National Roaming", von der der Neueinsteiger 1&1 Drillisch profitieren würde. Die Telekom betont, dass nur der eigene Netzausbau die Mobilfunkversorgung verbessert.

Jörg Schamberg, 24.09.2020, 15:30 Uhr
Handymast© Wolfgang Cibura / Fotolia.com

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will als Neueinsteiger unter den Mobilfunknetzbetreibern ein eigenes 5G-Netz in Deutschland errichten. Dazu ist das Unternehmen jedoch zunächst auf das sogenannte "National Roaming", den Zugang zu den Netzen der anderen Mobilfunknetzbetreiber, angewiesen. Verhandlungen mit der Deutschen Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland haben bisher noch nicht zum Erfolg geführt, daher hat 1&1 Drillisch nun die Bundesnetzagentur um Unterstützung angerufen. Die Telekom kritisiert in ihrem Firmenblog das Unternehmen aus Montabaur deutlich.

Nur der eigene Netzausbau bringe Breitband in die Fläche

"Netzbetreiber sein heißt Netze bauen", so die Sicht der Telekom. Würde 1&1 Drillisch den Zugang zu fremden Netzen erzwingen, so wäre das ein "schlechtes Signal für den Mobilfunkausbau in Deutschland". Breitband könne nicht in die Fläche gebracht werden, wenn man nur die Netze von anderen miete und nicht selber ausbaue Denn nur durch die Errichtung neuer Mobilfunkstandorte könnten Funklöcher auf dem Land geschlossen werden. Bis 2025 sei eine 5G-Bevölkerungsabdeckung von 99 Prozent geplant. Dies gehe aber nur mit dem Verlegen von Glasfaserleitungen und dem Errichten neuer Funkmasten bzw. der Aufrüstung bestehender Antennen mit moderner Technik.

Pflicht zu National Roaming würde Netzausbau unattraktiv machen

Aus Sicht der Telekom dürfe ein verpflichtendes National Roaming nicht zum Ersatz für den eigenen Netzausbau werden. Es würden nicht vollere Netze, sondern mehr Kapazität und bessere Qualität benötigt. Dies gelinge nur durch Investition in Netzinfrastruktur. Der Bonner Konzern befürchtet eine Schwächung der netzausbauenden Unternehmen, wenn die Mitnutzung des eigenen Mobilfunknetzes durch einen anderen Anbieter zu regulierten Preisen angeordnet würde. Der Ausbau auf dem Land käme zum Erliegen: Eine teure Erschließung würde sich nicht lohnen, wenn der Konkurrent diese mitnutzen könne. Der Bau eines Mobilfunkmastes koste alleine schon rund 200.000 Euro.

1&1 Drillisch kann sich an Netzausbaukooperationen beteiligen

Unter den etablierten Mobilfunknetzbetreibern gebe es zudem bereits Kooperationen, etwa zur Schließung weißer und grauer Flecken. Diese Zusammenarbeit stehe auch anderen Akteuren auf dem Mobilfunkmarkt offen.

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