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Telekom-Konkurrenten bei Ortsgesprächen am Start

21.04.2003, 13:01 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Der Deutschen Telekom steht ein harter Wettbewerb auf dem bisher von ihr weitgehend dominierten Markt für Ortsgespräche ins Haus. Mit der Einführung von Call-by-Call im Ortsnetz ab dem 25. April wollen 19 Firmen an den Start gehen. Darunter sind neben schon heute bei Fern- und Auslandsgesprächen tätigen Call-by-Call-Anbietern wie 01051, Arcor und Tele2 auch mehrere Regional- und Kleinfirmen, die bisher noch kein Call-by-Call angeboten hatten.
Bei Call-by-Call wählen Kunden bei jedem Gespräch über die Eingabe einer Vorwahl die Telefonfirma aus, über die sie telefonieren wollen. Ihren Hauptanbieter - in diesem Fall regelmäßig die Telekom - müssen sie dabei nicht wechseln. Bei Fern- und Auslandsgesprächen hatte Call-by-Call zu deutlichen Preissenkungen geführt. Verbraucherschützer hoffen mit der Ausdehnung auf das Ortnetz auf deutlich fallende Preise. In diesem Bereich hat die Telekom noch immer einen Marktanteil rund 95 Prozent.
Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post hatte Ende Februar für Call-by-Call im Ortsnetz den 25. April als Starttermin festgelegt. Laut Telekom steht der Einführung zu diesem Datum technisch nichts im Wege. Ab Dienstag werde in den bundesweit 1500 Vermittlungsstellen des Unternehmens die Software angepasst, so dass Call-by-Call ab Freitag kommender Woche genutzt werden könne.
Allerdings lassen sich einige Wettbewerber der Telekom ein paar Tage länger Zeit, bevor sie an den Start gehen. Tele2 (01013) will etwa nach eigenen Angaben "ab Anfang Mai" seine Dienste anbieten. Definitiv schon am Freitag will 01051 seine Dienste im Ortsnetz anbieten. Preise soll es erst am Tag vorher geben. Auch der Telefonanbieter Arcor (01070) will erst Ende kommender Woche mit Call-by-Call im Ortsnetz starten.
Die Telekom zeigte sich ungeachtet der neuen Herausforderer im Ortsnetz gelassen. "Wir sehen uns mit unseren Tarifen gut aufgestellt", sagte ein Konzernsprecher. Durch die neuen Wettbewerber werde die Telekom in diesem Jahr voraussichtlich einen "niedrigen zweistelligen Millionenbetrag", einbüßen. Insgesamt brachte das Geschäft mit Ortsgesprächen der Telekom im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 2,7 Milliarden Euro.

(Tobias Capangil)

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