Glasfaser-Alternative

Telekom integriert Mobilfunkmast per Richtfunk ins Netz

Eine Glasfaseranbindung des neuen Mobilfunkmastes der Telekom in Dettelbach, durch den ein Funkloch geschlossen wird, war nicht möglich. Stattdessen nutzt die Telekom eine Richtfunkverbindung als Alternative.

Jörg Schamberg, 21.04.2020, 10:17 Uhr
HandymastIn Dettelbach verbindet die Telekom einen Mobilfunkmast per Richtfunk mit ihrem Netz. (Symbolbild)© Wolfgang Cibura / Fotolia.com

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zusätzlich zu ohnehin geplanten Ausbaumaßnahmen Funklöcher in bundesweit 100 Kommunen. Die neu errichteten Mobilfunkmasten lassen sich dabei jedoch nicht überall per Glasfaserleitungen an das Netz der Telekom anschließen. Wie der Bonner Konzern in seinem Firmenblog berichtet, kommt beispielsweise in dem unterfränkischen Weinbauort Dettelbach Richtfunk zum Einsatz.

Daten werden per Richtfunk zur acht Kilometer entfernten Gegenstelle gefunkt

In Dettelbach hatte die Telekom einen neuen Mobilfunkmast errichtet und mit neuen LTE-Antennen ausgestattet. Vom Mast führe jedoch keine Glasfaserleitung ins Netz der Telekom, da die Verlegung eines Erdkabels mitten durch die Weinberge zu aufwändig und teuer wäre. Stattdessen setzt der Mobilfunknetzbetreiber auf Richtfunk. Dazu wird eine Parabolantenne auf dem 30 Meter hohen Mast installiert. Die Daten würden zur acht Kilometer entfernten Gegenstelle in Kitzingen gefunkt und von dort aus in das Netz der Telekom geleitet.

Der Richtfunk komme dabei fast an die Leistung von Glasfaser heran. Per Richtfunk könnten Distanzen von bis zu 80 Kilometern überwunden werden, dabei könnten Bandbreiten bis zu 100 Gigabit genutzt werden. Verwendet würden hohe Frequenzen zwischen 4 GHz und 100 GHz. Ist eine Richtfunkverbindung perfekt eingerichtet, so arbeite diese nahezu störungsfrei. Ausfälle könne es höchstens bei extremsten Witterungsbedingungen geben - im Schnitt geschehe dies pro Jahr weniger als eine halbe Stunde lang.

Sichtverbindung zur Gegenstelle darf nicht unterbrochen sein

Laut Telekom sei die Richtfunkverbindung daher auch nicht als Notlösung zu bezeichnen. Für die Installation und korrekte Konfiguration der Parabolantenne am Mobilfunkmast wurden rund vier Stunden benötigt. Wichtig: Zur Gegenstelle muss Sichtkontakt bestehen. Das Richtfunksignal dürfe nicht durch dazwischenliegende Bäume, Häuser oder Hügel unterbrochen werden.

Noch im April 2020 will die Telekom den Mobilfunkmast in Dettelbach in Betrieb nehmen. Damit seien seit der Bewerbung der Kommune bei der Telekom im August 2019 und der Inbetriebnahme der Anlage lediglich acht Monate vergangen. In der Regel beträgt die Realisierung eines neues Mobilfunkstandortes wegen erforderlicher Genehmigungen und der schwierigen Standortsuche ansonsten bis zu zwei Jahre.

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