News

Telekom: Holterdiepolter ins neue Jahr gestartet

Die Wirtschaftsflaute in Südosteuropa und der scharfe Wettbewerb in der US-Mobilfunkbranche drücken auf die Ertragslage der Telekom. Der geplante Verkauf der US-Tochter gilt da als Befreiungsschlag - im Inland verdient der Konzern bereits wieder richtig gutes Geld.

06.05.2011, 13:31 Uhr (Quelle: DPA)
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Die Deutsche Telekom bleibt durch schwächelnde Geschäfte in Osteuropa und einem scharfen Wettbewerb in der US-Mobilfunkbranche auf einem holprigen Ertragskurs. Im ersten Quartal 2011 verringerte sich der Konzernüberschuss bedingt auch durch die Ausgliederung des britischen Mobilfunkgeschäfts um 21 Prozent auf rund 700 Millionen Euro. Ohne Sondereinflüsse waren es 480 Millionen Euro nach 767 Millionen im Vorjahresquartal. Angesichts der guten Geschäfte im Inland zeigte sich Vorstandschef René Obermann aber zufrieden mit der Entwicklung. "Jetzt geht es darum, unsere Marktposition in Deutschland zu sichern und die Geschäfte auszubauen", sagte er.

Fast 15 Milliarden Euro Umsatz

Insgesamt erwirtschaftete die Telekom mit weltweit 208.000 Beschäftigten in den ersten drei Monaten einen Umsatz von 14,6 Milliarden Euro. Das waren Einbußen von 7,7 Prozent. Werden die Erlöse der US-Mobilfunktochter, die die Telekom an den Konkurrenten AT&T verkaufen will, herausgerechnet, verbleibt ein Volumen von 10,8 Milliarden Euro.

Obermann geht davon aus, die im März angekündigte milliardenschwere Transaktion zur Jahresmitte 2012 abgeschlossen werden kann. Derzeit wird der Verkauf durch die US-Behörden geprüft. Der Telekom-Chef zeigte sich zuversichtlich, dass der Deal wegen des extrem harten Wettbewerbs am Ende genehmigt wird. Beobachter rechnen allerdings mit einigen Auflagen. Die US-Telekomtochter ist mit rund 33 Millionen Kunden nur die Nummer vier der Branche in den USA.

Für ihre US-Gesellschaft erhält die Telekom einen Preis von insgesamt 39 Milliarden US-Dollar, davon 14 Milliarden Dollar in AT&T-Aktien. Das Unternehmen würde damit 8 Prozent an dem US-Telekomriesen halten und nach Angaben von Obermann aus heutiger Sicht jährlich 600 Millionen Dollar Dividende einstreichen. Für die Telekom habe der Verkauf den Vorteil, nicht mehr Milliarden Summen in die Aufrüstung der Netz investieren zu müssen. Damit seien erhebliche Unsicherheiten aus der Aktie genommen worden, betonte Obermann.

Schwieriges Geschäftsfeld außerhalb von Deutschland

In Osteuropa, vor allem in Griechenland, Rumänien und Ungarn müsse die Telekom Kosten sparen und die Effizienz verbessern. In diesen Ländern war der Konzern unter anderem durch die anhaltende Wirtschaftskrise, Eingriffe des Regulierers und durch steuerliche Belastungen in die Bredouille gekommen. Der Umsatz in der gesamten Region Europa verringerte sich bereinigt um die entkonsolidierte britischen Aktivitäten um acht Prozent und das Ergebnis vor Zinsen, Abschreibungen und Steuern sogar um 13 Prozent.

Das Geschäft in Deutschland habe sich als sehr profitabel erwiesen, auch wenn in diesem Bereich die Umsätze vor allem durch die Absenkungen der Entgelte für die Mobilfunkterminierung rückläufig gewesen waren. Der Umsatz sank um 3,2 Prozent auf 6 Milliarden Euro. Wachstumstreiber waren im ersten Quartal erneut die Geschäfte mit mobilen Daten. Auch ihren Anteil an Bestandskunden im DSL-Geschäft habe die Telekom mit 46 Prozent gehalten.

(Hayo Lücke)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang