Technische Herausforderung

Telekom: Glasfaserleitung per Seekabel für die Fraueninsel

Um die Fraueninsel auf dem Chiemsee per Glasfaser versorgen zu können, musste die Telekom für die Verlegung des Seekabels eine Erdbohrung vornehmen. Doch dabei kam es zu technischen Problemen.

Jörg Schamberg, 14.04.2020, 15:50 Uhr
Telekom© Deutsche Telekom AG

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verlegt Glasfaserleitungen teils an ungewöhnlichen Orten oder auf besondere Weise. Ein aktuelles Beispiel ist die rund 300 Bewohner zählende, im Chiemsee gelegene Fraueninsel. Das dortige Benedektinnerinen-Kloster Frauenwörth zieht jährlich viele Gäste und Seminarbesucher an. Das Kloster, aber auch die Bewohner und Geschäftsleute auf der Insel benötigen schnelle Internetverbindungen. Der Anschluss an das Glasfasernetz der Telekom war jedoch nicht einfach zu realisieren, wie ein Unternehmenssprecher am Dienstag im Blog des Bonner Konzerns berichtete.

1,2 Kilometer langes Seekabel soll Glasfaser zur Fraueninsel bringen

Der LTE-Mobilfunk auf der Insel stieß an seine Grenzen, auf dem Seeboden fand sich bislang nur ein langsames, 1991 verlegtes Kupferkabel. Die Telekom sollte im Auftrag der Gemeinde ein Glasfaserkabel verlegen. Dazu wurde eine Bohrung tief in die Erde hinein vorgenommen, damit von der Gemeinde Gstadt auf dem Festland aus ein 1,2 Kilometer langes Seekabel zur Fraueninsel verlegt werden konnte. Am Festland sei ein Horizontalbohrgerät namens "Ditch Witch" ("Graben-Hexe") zum Einsatz gekommen, das rund 280 Meter Richtung Seeufer gebohrt hatte. In den gebohrten Kanal werden die Glasfaserstränge laut Telekom doppelt geschützt verlegt. Verwendet wurde dafür ein sogenannter Düker, eine armdicke, blau-grüne Hülle, die das Glasfaser an Land vor Beschädigungen durch äußere Einflüsse schütze. Im Inneren findet sich zudem eine 50 Millimeter dicke Gummi-Ummantelung.

Taucher arbeiten ohne viel Sicht am Boden des Chiemsees

Bei den Verlegearbeiten waren auch Taucher aktiv, die den Bohrkopf unter Wasser orten mussten. Mit Bergungsballons sei dieser an die Oberfläche gebracht worden. Auf einer Fähre wurden Bohrkopf und Düker verbunden. Ziel: Der Düker musste durch den Bohrkanal an Land geschoben werden. Das Seekabel selbst wurde auf dem Grund des Chiemsees noch von Tauchern fixiert. Wegen des schlammigen Bodens mussten die Taucher ohne viel Sicht arbeiten.

Bohrer blieb 40 Meter vor dem Ziel stecken

Alles schien perfekt zu laufen, doch 40 Meter vor dem Ziel versagte plötzlich der Bohrkopf: Unter der Erde steckte der Bohrer mit dem Düker fest. Alle Versuche Bohrkopf und Düker vom See aus wieder aus dem Bohrkanal zu ziehen, seien zunächst fehlgeschlagen. Selbst "Irmgard", das größte Schiff auf dem Chiemsee, hatte nicht genug Kraft, um das Problem zu beseitigen. Es blieb daher nur eine teure, zeitaufwändige Lösung: Am Festlandufer in Gstadt wurde ein weiteres Bohrloch gebohrt und das Kabel konnte schließlich erfolgreich verlegt werden.

Noch im Frühjahr 2020 sollen erste Kunden die neuen Gigabit-Anschlüsse der Telekom auf der Fraueninsel nutzen können.

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  • hmmm Zuletzt kommentiert von Gerd_28 am 23.04.2020 um 19:36 Uhr
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