Innovative Ausbaumethoden

Telekom: Glasfaser per Abwasserkanal und Mobilfunk aus der Litfaßsäule

Die Telekom setzt in Sachsen-Anhalt und in Berlin auf neue Ausbaumethoden bei der Verlegung von Glasfaserkabeln und der Installation neuer Mobilfunktechnik. Genutzt werden vorhandenen Abwässerkanäle und Litfaßsäulen.

Jörg Schamberg, 07.04.2021, 10:58 Uhr
Glasfaser Kabel© alho007 / Adobe Stock

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arbeitet an innovativen Projekten, um Internet und Mobilfunk näher an die Kunden zu bringen. Im eigenen Firmenblog berichtet der Bonner Konzern etwa von der Verlegung von Glasfaserkabeln in Abwasserkanälen. In Berlin werden zudem zahlreiche Litfaßsäulen zu Mobilfunkstandorten

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Schnelle Glasfaserkabelverlegung durch vorhandene Abwasserkanäle

Beim Glasfaserausbau im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt stieß die Telekom in Staßfurt auf ein Problem. Für den Ausbau hätte eine Regionalbahnstrecke unterquert werden müssen, doch dafür erhielt die Telekom keine Genehmigung. Als Alternative setzt der Telekommunikationskonzern nun auf eine Lösung der Göttinger Firma Fast Opticom. Diese verlegt Glasfaserkabel in Abwasserschächten. Da die Schächte und Kanäle bereits vorhanden seien, werde Tiefbau weitgehend überflüssig.

In Staßfurt konnte die Bahntrasse durch die Nutzung eines stillgelegten Abwasserrohrs unterquert werden. Zum Einsatz kam dabei ein kleiner Roboter, der in den Abwasserkanal fährt und an der Wand des Kanals Heftklammern fixiert. In diese Klammern wurde dann ein 15,5 Millimeter dickes Leerrohr aus Edelstahl geklemmt, das die Glasfaserleitung vor Beschädigungen schützt. Durch diese Technik lassen sich zwischen 100 und 250 Meter Glasfaserkabel am Tag verlegen.

200 Litfaßsäulen in Berlin erhalten Mobilfunktechnik

In Berlin baut die Telekom Mobilfunkanlagen in insgesamt 200 Litfaßsäulen ein. Durch die sogenannten "Small Cells" werde das Mobilfunknetz in der deutschen Hauptstadt verbessert. Das Netz erhalte mehr Reichweite und höhere Datenraten. Neben öffentlichen Telefonstellen seien dafür auch die innen hohlen Litfaßsäulen geeignet. Ganz neu ist die Idee nach Angaben der Telekom nicht: Bereits im 19. Jahrhundert seien Telefonkabelverzweiger oder Transforatorenstationen in Litfaßsäulen installiert worden.

Der Strom und die Glasfaseranbindung komme dabei aus dem Boden, im Inneren der Litfaßsäule findet sich die Systemtechnik, ein Stromzähler, Sicherungen und ein Glasfaser-Abschlusspunkt. Eine Antenne sei im Deckel der Litfaßsäule platziert. In Berlin werde über die Werbesäulen LTE mit bis zu 150 Mbit/s bereitgestellt. Bis Ende 2021 sollen alle 200 geplanten LTE-Säulen in Berlin in Betrieb sein. Ein deutschlandweiter Ausbau sei denkbar - auch inklusive Nutzung von 5G-Technik.

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