Jahresbilanz

Telekom gewann 2019 169.000 Breitbandkunden hinzu

Die Deutsche Telekom hat die Bilanz für das Jahr 2019 vorgelegt. Die Zahl der Breitbandanschlüsse kletterte auf rund 13,7 Millionen, im Mobilfunkbereich kamen fast zwei Millionen Kunden hinzu.

Jörg Schamberg, 19.02.2020, 10:20 Uhr (Quelle: DPA)
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

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sieht sich nach einem Jahr mit deutlichem Wachstum in den wichtigsten Konzernsparten für die Milliardenübernahme in den USA gerüstet. Mit einem merklichen Gewinnsprung und Verbesserungen auch bei ehemaligen Sorgenkindern geht der Dax-Konzern die teuren Investitionen in den Staaten an, die der anstehende Zukauf des Rivalen Sprint dort mit sich bringt. Telekom-Chef Tim Höttges konnte am Mittwoch in Bonn auf breiter Front Erfolge vorweisen und den Anlegern weitere Zuwächse in Aussicht stellen.

Zuwachs bei Prepaid-Kunden - weniger Mobilfunkvertragskunden

In Deutschland kam die Telekom Ende Dezember 2019 auf 46,189 Millionen Mobilfunkkunden, das ist gegenüber 2018 ein Plus von fast zwei Millionen Kunden. Davon entfielen 549.000 auf das eigene Vertragskundengeschäft der Telekom. Allerdings sank die Zahl der lukrativen Mobilfunkvertragskunden insgesamt um 144.000 auf 25,291 Millionen. Das lag laut Telekom an dem weniger erfolgreichen Geschäft der Wiederverkäufer (Service Provider). Dafür steigerte der Bonner Konzern im vergangenen Jahr die Zahl seiner Prepaid-Kunden um über 2,1 Millionen auf fast 20,9 Millionen. Rund 3,1 Millionen Kunden nutzten Ende 2019 die Mobilfunk-Option StreamOn. Zudem nannte die Telekom für ihr Angebot MagentaEINS 4,7 Millionen Kunden.

Telekom steigerte Zahl der Breitbandkunden 2019 um 169.000

Im Festnetz ging die Zahl der Festnetz-Anschlüsse 2019 um 801.000 auf 17,284 Millionen zurück. 17,479 Millionen dieser Anschlüsse sind auf IP-Technik umgestellt worden. Die Zahl der Breitbandanschlüsse der Telekom lag Ende 2019 bei 13,730 Millionen: 169.000 mehr im Vergleich zum Vorjahr. Davon waren 8,529 Millionen Anschlüsse glasfaserbasiert. Dazu zählt die Telekom neben FTTH/B auch VDSL-Anschlüsse. Hinzu kamen 7,372 Wholesale-Anschlüsse, darunter waren über 5,8 Millionen auf Basis von Glasfaser. Das TV-Geschäft mit dem IPTV-Angebot MagentaTV legte um 265.000 auf über 3,6 Millionen Kunden zu.

Starke Finanzzahlen dank T-Mobile US

Der Konzernüberschuss legte um knapp 80 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro zu. Das lag unter anderem am Ergebniswachstum in den USA und auch in Europa. Die Telekom verbuchte zudem vor allem deutlich weniger Sondereinflüsse mit insgesamt 1,1 Milliarden Euro. 2018 hatte die Telekom noch 2,4 Milliarden Euro vor allem für Personalmaßnahmen und Abschreibungen aufgewendet. Bereinigt um diese wäre der Überschuss im vergangenen Jahr um knapp 9 Prozent gewachsen.

Der Umsatz kletterte auch dank Zukäufen und Wechselkurseffekten um 6,4 Prozent auf 80,5 Milliarden Euro. Die Telekom profitiert weiter vom brummenden Geschäft in den USA, wo sie rund die Hälfte ihres Gesamtumsatzes macht. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen wuchs konzernweit wie erwartet um 7,2 Prozent auf 24,7 Milliarden Euro. Dieses Jahr soll es auf 25,5 Milliarden Euro zulegen.

Ein Händler sagte am Morgen, das sei etwas schwächer als gedacht, könnte sich aber mit Aussagen des Managements auf der Bilanzpresskonferenz als Vorsicht herausstellen. Die Aktie legte zum Handelsstart um gut 1,5 Prozent zu. Das Zahlenwerk der Telekom sei besser als erwartet ausgefallen, hieß es von JPMorgan. Die Aktie hatte in den letzten Wochen bereits spürbar an Wert gewonnen, nachdem sich die Telekom in einer wichtigen Wettbewerbsklage gegen die angestrebte Fusion in den USA durchsetzt hatte.

Der freie Mittelzufluss (Free Cashflow) vor Dividenden und Ausgaben für Mobilfunklizenzen soll von 7 auf 8 Milliarden Euro klettern, was mehr wäre als von Experten geschätzt. Der freie Mittelzufluss ist für Investoren wichtig, da er über die künftige Finanzkraft unter anderem für die Dividende Aufschluss geben kann. Allerdings hatte die Telekom wegen der anstehenden Milliardenübernahme des Rivalen Sprint in den USA die Ausschüttung für das vergangene Jahr bereits bei 60 Cent gekappt.

Telekom: 2019 war erfolgreichstes Jahr der Unternehmensgeschichte

Timotheus HöttgesTelekom-Chef Höttges präsentierte Rekord-Geschäftszahlen für 2019.© Deutsche Telekom AG

Die Telekom bezeichnete 2019 als das erfolgreichste Jahr ihrer Geschichte. "Mit diesen Rekordzahlen haben wir unsere Position als klare Nummer eins der Branche in Europa bestätigt", sagte Höttges. Großer Treiber bei Umsatz und Gewinn blieb die US-Tochter T-Mobile US, die das sechste Jahr in Folge mit einem Kundenzuwachs von mehr als fünf Millionen abschloss. Mit der bis Anfang April angepeilten Übernahme von Sprint will die Telekom den US-Platzhirschen Verizon und AT&T das Wasser abgraben, "New T-Mobile" käme dann auf 130 Millionen Mobilfunkkunden.

Wenn die Effekte eines einzelnen Netzes voll greifen, hat sich die Telekom rund sechs Milliarden US-Dollar an Einsparungen pro Jahr ausgerechnet. Dafür muss das Unternehmen aber in Vorleistung gehen, zunächst kostet die Fusion nach früheren Angaben rund 15 Milliarden Dollar, zudem will der bald auf den US-Chefposten aufrückende Mike Sievert Dutzende Milliarden in den Aufbau des 5G-Netzes stecken. Es stehen noch einige kleinere Genehmigungen für das Vorhaben aus. Zuletzt gab aber auch die treibende Kraft hinter der großen Klage von mehreren US-Bundesstaaten, die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James, ihren Widerstand auf - sie will auf eine Berufung gegen das jüngst ergangene Urteil pro Telekom verzichten.

Umsatzschwund bei schwächelnder Tochter T-Systems

Mehr und mehr zahlen sich für die Telekom im laufenden Geschäft auch der Aufschwung im Mobilfunk und bei Breitbandanschlüssen in Deutschland aus, die Kosteneinsparungen in Europa greifen ebenfalls zunehmend. Bei der seit Jahren schwächelnden Großkunden-IT-Tochter T-Systems mussten die Bonner zwar weiter einen Umsatzschwund hinnehmen. Personalabbau und andere Kostensenkungen sorgten aber immerhin für einen steigenden operativen Gewinn. Auch der Auftragseingang legte zu. Die Tochter in den Niederlanden, die lange schwächelte und zur Entwicklungssparte im Unternehmen gehört, lieferte ebenfalls deutliche Gewinnsteigerungen. Die Telekom hatte das Geschäft mit der Übernahme von Tele 2 Niederlande deutlich gestärkt.

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