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Telekom geht auf Landesmedienanstalten zu

Nach einem Bericht der "FAZ" zeigt sich Telekom-Chef Walter Raizner kompromissbereit. Eine Selbstbeschränkung im TV-Geschäft sei möglich.

12.07.2006, 10:29 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Das Konzept der Deutschen Telekom, mit dem Pay-TV-Sender Premiere in Sachen Bundesliga-Berichterstattung bei Übertragungen im Internet per IPTV zusammenzuarbeiten, wird morgen von den zuständigen Landesmedienanstalten genau unter die Lupe genommen. Kritisch wird vor allem gesehen, dass die Telekom als ein vom Staat dominiertes Unternehmen auftritt, mit ihrem geplanten Internet-Fernsehangebot aber gegen den Grundsatz verstößt, wonach der Rundfunk staatsfern zu sein hat. Außerdem ist ein Streit darüber entbrannt, ob die Telekom eine eigene Sendelizenz benötigt.
Telekom will kein Medienhaus sein
Die Nachrichtenagentur "Reuters" berichtet heute unter Berufung auf die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ), dass sich Telekom-Vorstand Walter Raizner kompromissbereit zeige. So sei es möglich, dass die Telekom einer Selbstbeschränkung im Fernsehgeschäft zustimme. "Man könnte sich vorstellen, dass es eine Art freiwilligen Verhaltenskodex gibt, der sich strikt an der Frage der Rundfunkveranstaltung orientiert", so Raizner. Gleichzeitig bekräftigte er Aussagen aus der Vergangenheit, wonach die Telekom nicht als Veranstalter von Fernsehprogrammen auftreten wolle. "Unser Angebot hat Grenzen. Wir wollen kein Medienhaus im Sinne eines Fernsehesenders sein."
Die Telekom hat die Übertragungsrechte für die Fußball-Bundesliga für das schnelle Internet (DSL) von 2006 bis 2009 erworben, lässt die Sendungen aber vom Bezahl-TV-Sender Premiere produzieren, der nach eigenen Angaben auch die Programmverantwortung trägt und die notwendige Fernsehlizenz hat. Premiere darf im Gegenzug seinen Kunden das Angebot über das Breitbandnetz des Bonner Konzerns anbieten.

(Hayo Lücke)

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