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Telekom fordert weiterhin Erhöhung der TAL-Miete

Die TAL-Miete sei laut VATM die "Mutter aller Vorleistungen", aber die Telekom besteht weiterhin auf einer Anhebung des Entgelts für die letzte Meile.

18.03.2005, 14:25 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) muss bis Ende April den Mietpreis für die Teilnehmeranschlussleitung (TAL), den die Wettbewerbsunternehmen für deren Nutzung an die Deutsche Telekom AG (DTAG) zu zahlen haben, neu festlegen (onlinekosten.de berichtete).
VATM will Senkung,
Telekom fordert Erhöhung

Während die Deutsche Telekom sich von der RegTP eine Erhöhung der monatlichen Entgelte für die sogenannte letzte Meile zum Endkunden von derzeit 11,80 Euro auf völlig überzogene 17,40 Euro genehmigen lassen will, hält der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) - mit Blick auf die Wettbewerbssituation in vergleichbaren Ländern - eine deutliche Absenkung auf unter 10 Euro für überfällig. Im Rahmen der heutigen Anhörung im TAL-Entgeltregulierungsverfahren haben Experten und Beteiligte ihre Argumente dargelegt.
Mit der bevorstehenden Entscheidung zur Teilnehmeranschlussleitung - nicht ohne Grund die "Mutter aller Vorleistungen" genannt - wird die RegTP zeigen, ob sie den Infrastrukturwettbewerb in Deutschland wirklich fördern will.
TAL hat Auswirkungen auf den Breitband-Markt
VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner mahnt: "Jetzt hat es der Regulierer in der Hand, ob er die Weichen für einen kräftigen Investitionsschub stellen oder den Fuß auf der Bremse lassen will." Grützner ist sich sicher, "dass zu hohe TAL-Preise auch überhöhte Entgelte für alternative Zugänge wie etwa Line-Sharing oder künftig Bitstream Access festschreiben werden." Das würde auch der Breitbandentwicklung schaden. So könnten große Wettbewerbspotenziale weiterhin ungenutzt bleiben, wenn die Basis für ein konsistentes Entgeltkonzept falsch gesetzt wird. "Gerade im Breitbandwettbewerb liegen wir zur Zeit sogar auf einem blamablen drittletzten Platz in der EU, die neuen, viel kleineren Mitgliedsstaaten sogar eingeschlossen!", so Jürgen Grützner.
Deutschland an der Spitze oder Rücklicht?
"Wenn wir uns nicht endlich wieder an die Spitze setzen, und das bedeutet TAL-Preise unter 9 Euro, oder wenigstens die selben Vergleichsmärkte wie bei der letzten TAL-Entscheidung heranziehen, was eine Preisfestsetzung unter 10 Euro notwendig macht, werden Investoren dies als Kapitulation des Regulierers vor den völlig überzogenen Forderungen der DTAG verstehen", erklärt Jürgen Grützner.
Mit 17,40 Euro behaupteter Kosten für die TAL läge die DTAG auf dem letzen Platz in ganz Europa und würde sich damit zum ineffizientesten großen TK-Unternehmen erklären. Wachsende Kundenzahlen auf den Netzen der Wettbewerber dürfen nicht darüber hinweg täuschen, dass aufgrund der Kostensituation die meisten Unternehmen zur Zeit die Auslastung ihrer Netze im Fokus haben und nicht neue wichtige Investitionen in die Infrastruktur.

(Tobias Capangil)

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