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Telekom fordert Offenlegung von Snowden-Dokumenten und mehr

Die massive Überwachung durch ausländische Geheimdienste sowie immer neue Fälle in der Cyber-Kriminalität haben die Telekom zu einem Zehn-Punkte-Programm veranlasst. Punkt eins: Die Snowden-Erkenntnisse sollen öffentlich gemacht werden.

29.01.2015, 15:31 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Die Telekom hat ein Zehn-Punkte-Programm für mehr Sicherheit im Netz entwickelt und vorgestellt. Die weitreichende Überwachung durch ausländische Geheimdienste und der Anstieg der Cyber-Kriminalität sind laut dem Telekommunikation-Unternehmen eine Gefährdung für die digitale Entwicklung.

Snowden-Dokumente veröffentlichen, Verzicht auf Abhören

Der erste Punkt greift direkt einen wichtigen Aspekt auf: So sollen die Erkenntnisse von Edward Snowden vollständig offengelegt und zugänglich gemacht werden. Ziel sei es, bislang unbekannte Schwachstellen im zu Netz finden und zu beseitigen.

Auch die zweite Forderung findet ihren Ursprung in den vergangenen Ereignissen: EU-Mitgliedsländer sollten auf ein gegenseitiges Ausspionieren des Telekommunikations- und Internetverkehrs verzichten, zudem soll ein Abkommen mit den USA ein weiteres Abhören verhindern.

Die dritte Maßnahme müsse mehr Transparenz bei Sicherheitsbehörden sein. Welcher Anschluss, wie oft und warum Überwacht wird soll in Zukunft offen gelegt werden.

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für alle

Für Endkunden ist noch die siebte angestrebte Richtlinie besonders interessant: Hersteller, Netzbetreiber und Dienstanbieter sollen einfache und standardisierte Lösungen für eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung entwickeln.

Weitere, teilweise schon bekannte, Schritte sind unter anderem eine bessere Kooperation von Unternehmen in Sicherheitsfragen, eine verstärkte Forschung und Bildung zu Internetsicherheit, die unverzügliche Beseitigung von bekannten Hard- und Software-Schwachstellen sowie eine Datenübertragung in sicheren Räumen.

Thomas Kremer, Vorstand Datenschutz, Recht und Compliance bei der Telekom, begründet den Maßnahmenkatalog und sieht dringenden Handlungsbedarf: "Sicherheit ist die Achillesferse einer Gesellschaft, in der sich Menschen und Maschinen immer stärker über das Internet vernetzen. Für mehr Sicherheit im Netz müssen alle Beteiligten deutlich intensiver zusammenarbeiten. Wir brauchen mehr Transparenz, klare Verantwortlichkeiten und zusätzliche Expertise für einen besseren Schutz von Daten und Infrastruktur."

(Marcel Petritz)

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