News

Telekom erlebt Kundenansturm, verliert aber DSL-Kunden

Viele neue Kunden für die Deutsche Telekom. Aber nicht überall. Denn ausgerechnet in Deutschland geht die Zahl der in Eigenregie betreuten Breitband-Kunden weiter zurück.

08.08.2013, 08:26 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Die Deutsche Telekom hat im zweiten Quartal des laufenden Jahres einen Kundenansturm erlebt. Das geht aus dem am Donnerstag in Bonn vorgestellten Geschäftsbericht für den Zeitraum zwischen April und Juni hervor. "In Deutschland sind wir wieder Marktführer bei den Service-Umsätzen im Mobilfunk", sagte Konzernchef René Obermann und verwies zudem auf eine "gewaltige Trendwende" in den USA. "Für dieses werthaltige Wachstum sind wir bereit, in diesem Jahr mehr Geld in die Hand zu nehmen als bislang geplant", ergänze der Telekom-Manager mit Blick auf geplante Ausbauten eigener Netzinfrastrukturen.

Zahl der Breitband-Anschlüsse in Deutschland sinkt weiter

So richtig glücklich kann man in der Konzernspitze aber nicht sein. Denn wenn man etwas genauer hinschaut, findet man in den Quartalszahlen einen kleinen Schandfleck. Die Zahl der Breitband-Kunden ist Deutschland ist weiter rückläufig. Im zweiten Quartal verlor die Telekom am Heimatmarkt 13.000 schnelle Internet-Anschlüsse und blickte zum Stichtag Ende Juni auf nur noch 12,43 Millionen Breitband-Kunden. Schon im ersten Quartal hatte es in diesem Teilsegment einen Rückgang von 4.000 Anschlüssen gegeben.

Ein IPTV-Produkt auf Basis eines Entertain-Anschlusses nutzten Ende Juni 2,08 Millionen Kunden, was einem Wachstum von 42.000 Anschlüssen entspricht. Die Zahl der geschalteten Teilnehmeranschlussleitungen (TAL) auf der so genannten letzten Meile ging hingegen um 63.000 auf 9,36 Millionen zurück. Bei den Glasfaseranschlüssen kann die Telekom auf 1,27 Millionen bestehende Verträge blicken. Das entspricht einem Quartalswachstum von 126.000 Kunden, wovon aber 45.000 aus dem Bereich Wholesale stammen.

Ebenfalls rückläufig ist die Zahl der in Deutschland noch in Eigenregie betreuten Festnetzkunden. Wieder einmal musste die Telekom einen schmerzhaften Rückgang verkraften. Immerhin 233.000 Kunden weniger bzw. insgesamt 21,88 Millionen Festnetzanschlüsse stehen in der aktuellen Bilanz. Davon sind inzwischen 1,47 Millionen IP-basiert – 259.000 mehr als Ende des ersten Quartals.

Seite 2: Gute Entwicklung im Mobilfunk-Geschäft

Mehr Grund zur Freude gibt es mit einem Blick auf den deutschen Mobilfunkmarkt. Hier konnte die Telekom zwischen April und Juni 487.000 neue Kunden gewinnen und die Gesamtkundenzahl auf 37,49 Millionen ausbauen.

Viele neue Vertragskunden

Das Besondere daran: Die Telekom wächst besonders stark durch werthaltige Vertragskunden. Satte 20,45 Millionen Laufzeitverträge weisen die am Donnerstag vorgelegten Zahlen aus – 434.000 mehr als noch Ende März. Allerdings: Nur 157.000 der neuen Vertragskunden gewann der Konzern in Eigenregie über die Marken Telekom und congstar. Der Rest wurde von Service-Providern beigesteuert.

Spürbar bergauf geht es auch auf der anderen Seite des Atlantiks, wo die Telekom die Kundenzahl bei T-Mobile USA um 10,05 Millionen auf 44,02 Millionen verbesserte. Dieser gewaltige Effekt kam aber nur durch die Ende April abgeschlossene Übernahme von MetroPCS zustande. Die Zahl eigener Vertragskunden legte dennoch stark zu: um 688.000 auf 20,78 Millionen. Im zweiten Halbjahr des laufenden Jahres sollen mit verstärkten Marketing-Aktivitäten bis zu 700.000 weitere hinzukommen.

Ein Blick auf das übrige Europa-Geschäft

Im übrigen Europa verbesserte sich der Bonner Konzern um 117.000 auf 61,62 Millionen Mobilfunk-Kunden. Im europäischen Festnetz-Vertrieb sank die Kundenzahl hingegen um 136.000 Anschlüsse auf 9,73 Millionen. Die Zahl der Breitband-Anschlüsse verbesserte sich um 54.000 auf 4,87 Millionen.

(Hayo Lücke)

Kommentieren Forum
Zum Seitenanfang