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Telekom: DSL-Drosselung gilt auch für Tarifwechsler

Es gibt offenbar kein Entkommen: Wie die Deutsche Telekom dem Nachrichtenmagazin "Focus" bestätigte, gilt die seit dem 2. Mai gültige DSL-Drosselung bei Überschreitung bestimmter Inklusivvolumina auch für Tarifwechsler. Diese würden als Neukunden behandelt.

05.05.2013, 14:31 Uhr (Quelle: DPA)
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Die Geschwindigkeitsdrosselung bei Internet-Tarifen der Telekom trifft laut einem "Focus"-Bericht auch Kunden, die ihren Tarif lediglich wechseln wollen. Alle bisherigen Festnetz-Kunden, die künftig einen entsprechenden Flatrate-Tarif hinzubuchen, würden "als Neukunden behandelt", habe die Telekom dem Magazin bestätigt.

Tarifwechsel = Drosselung

Selbst wer innerhalb bestimmter DSL-Tarife des Marktführers wechsle, unterliege dann dem monatlichen Gesamtlimit für den Datenverkehr. Bisher hatte die Telekom nur mitgeteilt, dass Neukunden, die seit dem 2. Mai einen Vertrag abgeschlossen haben, mit einer Volumenbegrenzung rechnen müssten - allerdings soll diese erst ab 2016 greifen.

Bei der Online-Buchung eines DSL-Pakets mit bis zu 16 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) erscheint seit dieser Woche beispielsweise der Hinweis: "Ab einem übertragenen Datenvolumen von 75 GB kann die Übertragungsgeschwindigkeit des Internet-Zugangs auf 384 KBit/s begrenzt werden." Gemeint sind 75 Gigabyte im Monat. Bei VDSL-Zugängen liegt die Grenze bei 200 GB monatlich; Glasfaserleitungen werden ab 300 GB ausgebremst. Nach Angaben der Telekom kommt ein Kunde heute im Schnitt auf 15 bis 20 Gigabyte pro Monat.

Keine Zwangsumschaltung geplant

Bestandskunden mit Altverträgen haben hingegen zumindest vorerst keine Nachteile zu befürchten - eine Zwangsumschaltung, etwa im Rahmen der Umstellung analoger Anschlüsse auf IP-Technik, soll es laut Telekom nicht geben. Wer sich jedoch aus Kostengründen bewusst für einen IP-basierten Anschluss entscheidet, muss die Drosselung in Kauf nehmen, da in diesem Fall ein Neuvertrag zustandekommt.

Der Bonner Konzern war für die Einführung der Drosselungsklauseln von verschiedenen Seiten heftig kritisiert worden, will aber daran festhalten. Hintergrund seien der rasante Anstieg der Datenmengen und die Milliarden-Ausgaben für den Ausbau der Netze. Als Alternative käme nur eine Preiserhöhung infrage, erklärte die Telekom.

(Christian Wolf)

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