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Telekom-Chef fordert laschere Regulierung in Europa

Der neue Telekom-Chef Tim Höttges fordert in einem Interview mit dem Handelsblatt (Dienstagsausgabe) eine geänderte Regulierung europäischer TK-Unternehmen. Diese würden sonst im internationalen Wettbewerb immer mehr zurückfallen, Google & Co. würden profitieren.

13.05.2014, 14:01 Uhr (Quelle: DPA)
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Der neue Telekom-Chef Tim Höttges fordert in einem Interview mit dem Handelsblatt (Dienstagsausgabe) eine geänderte Regulierung europäischer TK-Unternehmen. Diese würden sonst im internationalen Wettbewerb immer mehr zurückfallen. Die Wettbewerbsbehörden sollten Europa endlich als gemeinsamen Markt betrachten.

Die Telekom baue die Netze …

"Ich bin fest davon überzeugt, dass wir als Europäer auf Dauer so nicht weitermachen können," so Höttges. Er fordert "Chancengleichheit mit den großen amerikanischen und asiatischen Unternehmen, die unsere Industrie beherrschen – zum Beispiel beim Datenschutz und oder bei der Möglichkeit der Marktkonsolidierung".

Und weiter: "Wir haben nicht die Möglichkeiten von Google, sollen aber die Netze bauen, mit deren Hilfe die Wertschöpfung von Google dann noch weiter befeuert wird." Bei Google und anderen großen Unternehmen ginge es nicht mehr um Telekommunikation. "Es hat längst ein Prozess begonnen, der unsere gesamte Ökonomie, ja: unsere Gesellschaft radikal verändert."

… mit denen Google dann Geld verdient

Google "nutzt und verknüpft die Daten von Kunden auf eine Art, wie wir Europäer es gar nicht dürfen, Stichwort Fernmeldegeheimnis, Datenschutz etc." Die Daten würden an Internetkonzerne übermittelt, die außerhalb des europäischen Rechtsraums lägen. "Damit entsteht ein extrem großer Profitpool für Konzerne wie Google, der am Ende dazu genutzt wird, andere Telekommunikationsdienste zu subventionieren," so Höttges.

In Deutschland investiert die Telekom jährlich vier Milliarden Euro. "Bei anderen rechtlichen Rahmenbedingungen könnte unsere Industrie aber viel mehr investieren. Wir fordern deshalb: Weniger Eingriffe in die Preise und eine EU-Datenschutzverordnung, der sich auch die US-Konzerne unterordnen müssen," so Höttges.

(Peter Giesecke)

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