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Telekom bricht der Festnetz-Umsatz weg

Laut einer Mittelfristplanung rechnet die Telekom im Jahr 2012 damit, nur noch 3,6 Milliarden Euro mit klassischen Telefondiensten einzunehmen. 2007 waren es noch 9,3 Milliarden, berichtet die "WirtschaftsWoche".

05.12.2009, 10:44 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Was waren das noch für Zeiten, als ein Telefonat von Hamburg nach München wochentags in der Hauptzeit umgerechnet etwa 30 Cent pro Minute kostete. Rosige Zeiten vor allem für die Deutsche Telekom, die mit hohen Minutenpreisen viel Geld verdienen konnte. Heute, in Zeiten von Festnetz-Flatrates, muss sie im traditionellen Geschäft mit weit weniger Ertrag kalkulieren. Und dieser Trend wird sich noch deutlich verschärfen, berichtet die "WirtschaftsWoche".
Umsatz geht deutlich zurück
Demnach erwartet der ehemalige Monopolist einen dramatischen Einbruch im Telefongeschäft. Bis 2012 sei damit zu rechnen, dass 60 Prozent der Telefonumsätze wegbrechen werden. Das Magazin beruft sich auf eine Mittelfristplanung, die der Konzern für die Prognosen zur Verschmelzung von T-Home und T-Mobile vor der außerordentlichen Hauptversammlung am 19. November erstellte.
Darin heiße es, der Telekom drohen "starke Rückgänge in den klassischen Marktsegmenten Telefonieanschlüsse und -verbindungen". In Zahlen ausgedrückt: die Telekom kalkuliere für 2012 nur noch mit 3,6 Milliarden Euro, die über Telefonkunden erwirtschaftet werden. Zum Vergleich: 2007 waren es noch 9,3 Milliarden Euro. Das Wachstum im DSL-Geschäft soll parallel dazu nur von 7,1 Milliarden Euro auf 9,8 Milliarden Euro wachsen.
Weiterer Stellenabbau zu befürchten
Für die Telekom bedeutet das: das alte veraltete Telefonnetz muss schneller als erwartet komplett durch ein neues All-IP-Netz ersetzt werden. Es lässt sich mit deutlich weniger Personalaufwand betreiben. Der Bonner Konzern bereitet seine Mitarbeiter schon jetzt auf tiefe Einschnitte vor. Laut "WirtschaftsWoche" schrieb Festnetz-Vorstand Friedrich Fuß in einer Intranet-Mitteilung: "Durch verstärkte Automatisierung, eine größere technische Stabilität sowie die zunehmende Sättigung des DSL-Marktes werden die Arbeitsmengen im Innen- und Außendienst deutlich zurückgehen." Details zum neuen Sparprogramm sollen im Februar vorgestellt werden.

(Hayo Lücke)

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