News

Telekom bläst zur Netze-Revolution: Umstellung auf IP geht rasant voran

Die Deutsche Telekom stellte auf dem Mobile World Congress ihre europäische Netze-Strategie vor. Die komplette Umstellung auf IP-Technologie solle europaweit bis Ende 2018 erfolgen. Die LTE-Geschwindigkeit soll auf 300 Mbit/s beschleunigt werden. Ende 2014 soll zudem ein Hybrid-Router erhältlich sein, der Festnetz, LTE und WLAN in einer Box vereint.

25.02.2014, 13:16 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Die Deutsche Telekom nutzte am Montag den Rahmen des Mobile World Congress (MWC) in Barcelona, um die europäische Netzstrategie des Bonner Konzerns für die kommenden Jahre vorzustellen. Im Fokus steht vor allem die Umstellung der klassischen Festnetzanschlüsse auf das Internet-Protkoll (IP). Auch wenn die Netzinnovationen für Kunden nicht direkt sichtbar sind: "Wir stehen hier vor einer Revolution, so radikal, wie der Wandel von der Kutsche zum Automobil", erläutert Claudia Nemat, Telekom-Vorstandsmitglied Europa und Technik. Außerdem schraubt die Telekom weiter an der LTE-Geschwindigkeit und kündigte in Barcelona einen neuen Hybrid-Router an.

Umstellung auf IP bis Ende 2018 abgeschlossen

Bis Ende dieses Jahres sollen europaweit rund acht Millionen IP-Anschlüsse realisiert werden. Die Umstellung auf IP-Kundenanschlüsse erfolgt zunächst überwiegend in den europäischen Netzen der Telekom. In Deutschland verzeichnet der Telekommunikationskonzern aktuell rund 2,1 Millionen IP-Anschlüsse. "2014 wollen wir diese Anzahl von Anschlüssen mehr als verdoppeln - und das im laufenden Betrieb", erklärt Telekom-Vorstandsmitglied Niek Jan van Damme. "Unser ambitioniertes Ziel ist es, bis zum Ende des Jahres 2018 unser gesamtes Netz in Deutschland auf IP-Technologie umzustellen", so der Telekom-Manager weiter. Europaweit hat die Telekom ohne Deutschland bislang 2,7 Millionen Anschlüsse umgestellt. Das erste komplett IP-basierende Netz in Europa hatte die Telekom kürzlich in Mazedonien realisiert.

Die weitere Marschrichtung steht bereits fest: Ende 2014 soll die Slowakei über ein IP-Netz verfügen, im kommenden Jahr ist die Umschaltung der Netze auf IP-Technik in Kroatien und Montenegro geplant. Danach werde Ungarn folgen. Bis Ende 2018 will die Telekom dann auch die IP-Umstellung in Rumänien, Griechenland und Deutschland abgeschlossen haben. Zu diesem Zeitpunkt wird die Telekom nach eigenen Angaben über ein paneuropäisches IP-Netz verfügen, das Mobilfunk- und Festnetztechnologie integriert. Damit begegne die Telekom dem wachsenden Bedarf an Bandbreite, der einen "ganzheitlichen Ansatz" für das Netz der Bonner erfordere.

LTE mit bis zu 300 Mbit/s - neuer Hybrid-Router vereint Festnetz, Mobilfunk und WLAN

LTE wird bei den Netz-Planungen der Telekom eine zunehmend größere Rolle spielen. In fast allen ihrer europäischen Märkte ist die Telekom seit Ende des vergangenen Jahres mit LTE an den Start gegangen. Das Unternehmen zeigt sich optimistisch: Bis 2016 sollen Telekom-Kunden an jedem zweiten Antennen-Standort in Europa auf LTE zugreifen können. Nicht nur die LTE-Netzabdeckung soll verbessert werden, auch die verfügbare Bandbreite soll Schritt für Schritt weiter nach oben getrieben werden. In über 150 Städten in Deutschland biete die Telekom laut Vorstandsmitglied van Damme derzeit LTE-Geschwindigkeiten von bis zu 150 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) an. Der nächste Meilenstein werde eine Tempoerhöhung auf 300 Mbit/s sein. Doch es geht sogar noch schneller: In der vergangenen Woche hatte die Telekom in der Stadt Alzey in einem LTE-Feldversuch per LTE Advanced Geschwindigkeiten von bis zu 580 Mbit/s gemessen.

Auf dem MWC zeigte die Telekom zudem einen neuen Hybrid-Router, der Festnetz, LTE und WLAN in einer Box vereint. "Unsere Kunden müssen sich nicht den Kopf über die beste Zugangstechnologie zerbrechen - sie sind immer optimal angebunden", betonte van Damme. Die Bandbreite der verschiedenen Zugangswege werde gebündelt und verteilt. Die neue Hardware soll gegen Ende dieses Jahres erhältlich sein.

(Jörg Schamberg)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang