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Telekom beantragt Entgelte für Netzöffnung

Im Streit um die Öffnung ihres Breitbandnetzes für Wettbewerber ruft die Telekom nun die Bundesnetzagentur an. Der Regulierer soll über die Entgelte für die Nutzung der Telekom-Infrastruktur entscheiden.

03.08.2009, 20:35 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Der Breitbandausbau in Deutschland gestaltet sich trotz bester Vorsätze recht mühsam. Denn kaum einer der Wettbewerber ist zu größeren Investitionen in den Ausbau einer eigenen Netzinfrastruktur bereit. Die Deutsche Telekom hat deswegen angekündigt, bei der Bundesnetzagentur Entgelte für die Nutzung ihrer Kabelkanalanlagen sowie für die auch als Dark Fiber bezeichneten, ungenutzten Glasfaserstrecken zu beantragen. Gebühren sollen auch für den Zugang zu Multifunktionsgehäusen fällig werden.
Wettbewerber sollen investieren
Damit wolle die Telekom die Wettbewerber bei der Investition in den Breitbandausbau "unterstützen". Der Zugriff auf die bestehende Infrastruktur der Telekom sei damit möglich, aber nur zu den Bedingungen, die der magentafarbene Marktführer nun der Netzagentur zur Genehmigung vorlegen wird. Neben den eigenen Verteilerkästen will die Telekom zusätzliche Gehäuse für andere Anbieter errichten. Dies ermöglicht diesen einen Zugang an den Multifunktionsgehäusen.
Telekom zeigt sich gesprächsbereit
Der Bonner Konzern sei aber weiterhin auch zu Gesprächen bereit. Eine Einladung zu Gesprächen mit den Branchenverbänden noch im August sei bereits ausgesprochen. Die bislang geführten Verhandlungen sind ohne Ergebnis verlaufen. "Die Branche benötigt möglichst schnell Planungssicherheit, um ihre Versprechen umsetzen zu können", so Niek Jan van Damme, Vorstand Deutschland der Deutschen Telekom. "Wir sind immer noch der Überzeugung, dass Verhandlungslösungen im Markt der bessere Weg sind", so van Damme weiter. Die Preisvorstellungen würden aber zu weit auseinander liegen, um schnell eine Einigung zu erreichen.
Breitbandausbau nur gemeinsam möglich
Auf ein VDSL-Vorleistungsangebot hat sich die Deutsche Telekom bereits mit Vodafone und 1&1 geeinigt, die voraussichtlich bereits ab September entsprechende eigene VDSL-Produkte als Vodafone VDSL und 1&1 VDSL starten wollen. VDSL-Kooperationen gebe es derzeit für 13 deutsche Städte mit Vodafone, EWE, M-Net und NetAachen. Bis Ende 2010 sollen zudem 400 Gemeinden an das Breitbandnetz angeschlossen werden. "Alleine kann jedoch kein Unternehmen die Breitbandstrategie der Bundesregierung umsetzen", erklärt van Damme. Zugleich weist er noch einmal auf die immensen Investitionen der Telekom in den bisherigen Netzausbau hin. Seit 1999 hat das Unternehmen rund zehn Milliarden Euro in den Ausbau der Netzinfrastruktur investiert und 50 Städte mit VDSL ausgestattet.

(Jörg Schamberg)

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