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Telefonnummer zum Wegwerfen

Ein Mittel gegen telefonische Belästigungen, beispielsweise Werbeanrufe, bietet ein neuer Service im Internet. Eine Telefonnummer mit Ablaufdatum kann kostenlos generiert werden.

09.06.2007, 12:01 Uhr
DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

Wer hat es sich bei der wachsenden Flut von Werbeanrufen noch nicht gewünscht: Eine Telefonnummer zum Wegwerfen. Die waslos.de GmbH aus Nürnberg hat diese Marktlücke für sich entdeckt und bietet verzweifelten Telefon-Nutzern jetzt eine kostenlose Einmal-Telefonnummer an, die sich nach einer vorbestimmten Zeit selbst "vernichtet".
Adieu, Telefon-Spam
Auch die bei einer Produktbestellung oder im Internet hinterlassene Telefonnummer lässt sich somit leicht "entsorgen" und schafft Ruhe vor leidigem Telefon-Spam oder anderen Belästigungen. Das lukrative Geschäft mit dem Verkauf von Kontaktinformationen wird damit für Adresshändler zur Einbahnstraße.
Unter einmalnummer.de lässt sich eine elfstellige 01805-Nummer generieren, die auf die bestehende Telefonnummer umgeleitet wird. Der Dienst befindet sich momentan in der Beta-Phase. Bei der Einrichtung kann der Nutzer selbst bestimmen, ob die Nummer eine Stunde, einen Tag, eine Woche oder einen Monat gültig sein soll. Sie verfällt im Anschluss selbstständig. Der Anrufer bekommt davon nichts mit, muss aber den üblichen Tarif von 14 Cent pro Minute bei 01805-Verbindungen zahlen.
Verwechslungen ausgeschlossen
Jede Rufnummer wird nur einmal verwendet und ist danach gesperrt. Somit können unliebsame Verwechslungen ausgeschlossen werden. Eine Speicherung der Daten erfolgt nach Angaben des Anbieters nur für die Weiterleitung der Gespräche. Widersprüchlich dazu eine Passage der Datenschutzbestimmungen in den AGB: "Der Nutzer erklärt sein Einverständnis zur Verwendung der Daten auch für andere Dienste, sowie zur Weitergabe der Daten für geschäftliche Zwecke, soweit dies nicht gegen zwingende gesetzliche Vorschriften verstößt und zur Erfüllung der vertraglichen Pflichten erforderlich ist. Diese Einwilligung ist jederzeit widerrufbar." Demnach werden die Daten offensichtlich doch für Werbezwecke weiter verwendet, in sofern man diesem Passus nicht ausdrücklich widerspricht.
Selbstverständlich werden die Telefonate auch nicht mitgeschnitten oder abgehört, ebenso gibt es bei der Gesprächsqualität keinerlei Einbußen. waslos will künftig auch über Telefon und SMS Ausweich-Rufnummern generieren lassen. Ferner wird derzeit vorbereitet, Anrufe auf die Einmal-Nummern auch auf Mobiltelefone weiterzuleiten. Im Moment ist dies nur auf Festnetzrufnummern möglich.

(Stefan Hagedorn)

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