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Telefónica wird Vectoring der Telekom nutzen

Telefónica Deutschland wird die eigene ADSL-Infrastruktur zu einer NGA-Plattform umbauen und dafür VDSL- und Vectoring-Vorleistungsprodukte der Telekom nutzen.

02.05.2013, 10:35 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Telefónica Deutschland wird die eigene ADSL-Infrastruktur zu einer NGA-Plattform umbauen und dafür VDSL- und Vectoring-Vorleistungsprodukte der Telekom nutzen. Beide Unternehmen haben dazu ein "Memorandum of Understanding" unterzeichnet. Der Umbau soll im nächsten Jahr beginnen und bis 2019 dauern. Die Kooperation wird der Bundesnetzagentur und dem Bundeskartellamt vorgelegt werden.

Downloads von 50 Mbit/s auf 100 Mbit/s beschleunigen

"Die Zukunft liegt im Highspeed-Internet. Verbunden mit unserem hochleistungsfähigen mobilen Datennetz können wir unsere Konvergenz-Strategie noch besser vorantreiben", sagte René Schuster, Chef von Telefónica Deutschland am Donnerstag. "Die Telekom ist bereit, massiv ins deutsche Festnetz zu investieren. Wir brauchen allerdings Partner, um die Investitionsrisiken zu teilen und den Ausbau der Hochleistungsnetze forcieren zu können", so Niek Jan van Damme, Deutschland-Chef der Telekom.

Durch den Einsatz der Vectoring-Technik wird die maximale Downloadgeschwindigkeit von VDSL-Anschlüssen von 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) auf 100 Mbit/s verdoppelt. Dazu werden in den Kabelverzweigern elektromagnetische Störungen zwischen den Kupferdoppeladern ausgeglichen. Die Störsignale werden gemessen und mittels eines phaseninvertierten Signals kompensiert. Allerdings müssen alle Leitungen von einem Anbieter kontrolliert werden.

Kunden werden wechseln können

Telefónica sieht durch die Mitnutzung der Infrastruktur der Telekom auch einen Wettbewerbsvorteil gegenüber TV-Kabel-Anbietern, die Breitband-Internetanschlüsse mit immer höheren Geschwindigkeiten anbieten. Kunden von Telefónica mit einem bestehenden Festnetzanschluss der Marken Alice und o2 werden die Möglichkeit erhalten, auf einen schnelleren Anschluss und damit zur Telekom-Infrastruktur zu wechseln.

Telefónica gibt an, dass die Telekom durch diesen Schritt Investitionsrisiken teile. Inwieweit das Unternehmen durch diesen Schritt verbindliche finanzielle Verpflichtungen eingegangen ist, erklärte Telefónica nicht.

(Peter Giesecke)

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