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Telefónica vor E-Plus-Übernahme weiter mit roten Zahlen

Telefónica Deutschland hat im zweiten Quartal weiter Kunden im Bereich Festnetztelefonie und DSL verloren. Das Mobilfunk-Vertragskundengeschäft entwickelte sich dagegen positiv. Unterm Strich macht Telefónica weiter Verlust.

30.07.2014, 14:09 Uhr
Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

Weiter rote Zahlen bei Telefónica Deutschland. Kurz vor der Übernahme von E-Plus hat der Münchener Mobilfunknetzbetreiber das Ergebnis für das erste Halbjahr sowie das zweite Quartal 2014 bekanntgegeben. Trotz etlicher negativer Kennziffern verweist Telefónica aber auf eine Zunahme bei Vertragskunden (+230.000) im ersten Halbjahr. Zudem stimme die Tendenz im zweiten Quartal hoffnungsvoll, der Umsatzrückgang wurde beispielsweise deutlich gebremst.

Weiterer Rückgang bei Festnetztelefonie und DSL

Insgesamt verzeichnete Telefónica Ende Juni rund 23,94 Millionen Endkundenanschlüsse, im Vorjahr hatte das Unternehmen noch 24,21 Millionen Anschlüsse gemeldet. Das ist ein Rückgang um rund 270.000 (-1 Prozent). Zu den Endkundenanschlüssen gesellten sich zudem noch 1,15 Millionen Wholesale-Anschlüsse (+ 2,2 Prozent), so dass Telefónica Ende Juni insgesamt auf 25,11 Millionen Kundenanschlüsse kam.

Um jeweils 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sank die Zahl der Anschlüsse für Festnetztelefonie (rund 2,08 Millionen) und Breitband (rund 2,19 Millionen). Schmalband-Angebote wurden noch unbedeutender, lediglich 259.000 Anschlüsse meldeten die Münchener (-10,1 Prozent). Die Gesamtzahl der Internetanschlüsse belief sich zum Ende des zweiten Quartals auf 2,45 Millionen.

Zunahme bei Mobilfunk-Vertragskunden

Ende Juni verbuchte Telefónica Deutschland rund 19,44 Millionen Mobilfunkanschlüsse, die über die Kernmarke o2 und Marken wie Fonic realisiert wurden. In dieser Geschäftssparte ergibt sich im ersten Halbjahr immerhin bei der Zahl der Mobilfunkanschlüsse ein kleines Plus von 0,1 Prozent. Während die Zahl der Prepaid-Anschlüsse um 2,5 Prozent auf 8,92 Millionen abnahm, legte der Mobilfunknetzbetreiber bei Vertragskunden um 2,5 Prozent auf 10,51 Millionen Kunden zu.

Im zweiten Quartal gewann Telefónica insgesamt 161.000 Mobilfunkkunden, davon alleine 152.000 Vertragskunden und damit rund doppelt so viel im ersten Quartal hinzu. Das Vertragskundengeschäft nimmt nun einen Anteil von 54,1 Prozent an allen Mobilfunkanschlüssen ein. Die Smartphone-Verbreitung legt weiter zu. Über alle Marken hinweg lag diese Ende Juni bei 33,1 Prozent (+ 4,3 Prozent). Bei o2-Vertragskunden lag die Smartphone-Penetration bei 72,1 Prozent. Bereits 82 Prozent der Smartphone-Geräte sind zudem LTE-fähig. In ersten Städten ermöglicht Telefónica inzwischen nicht nur Datenverbindungen per LTE, sondern auch die Telefonie.

Telefónica weiter mit Verlust

Finanziell sieht es bei Telefónica noch nicht wirklich rosig aus. Die Umsatzerlöse von Januar bis Juni lagen bei 2,28 Milliarden Euro, ein Minus von 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im zweiten Quartal erreichte der Umsatz 1,16 Milliarden Euro, der Umsatzrückgang lag nur noch bei 4,3 Prozent gegenüber einem Minus von 8,7 Prozent im ersten Quartal.

Größter Umsatzbringer in den ersten sechs Monaten war mit 1,69 Milliarden Euro der Mobilfunk, im zweiten Quartal erreichte der Mobilfunk-Umsatz 872 Millionen Euro. Das Festnetz/DSL-Geschäft steuerte bis Ende Juni 581 Millionen Euro zum Umsatz bei (-7,3 Prozent), im zweiten Quartal lag der Betrag hier bei 287 Millionen Euro. Unterm Strich kam Telefónica im zweiten Quartal auf ein Minus von 24 Millionen Euro, ein Jahr zuvor war noch ein Gewinn von 3 Millionen Euro ausgewiesen worden.

Die geplante Übernahme von E-Plus will Telefónica Deutschland im dritten Quartal abschließen.

(Jörg Schamberg)

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