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Telefónica verliert UMTS-Lizenz

Funkstille: Mit einem Schlag hat die spanische Telefónica alle Schweizer UMTS-Lizenzen verloren. Eine Entschädigung erhält sie dafür nicht.

13.04.2006, 16:29 Uhr
Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

In der Schweiz herrscht für die spanische Telefónica ab sofort Funkstille. Denn die Eidgenössische Kommunikationskommission (ComCom) hat der spanischen Gesellschaft die UMTS-Lizenz entzogen. Der Grund: Entgegen der Konzessionsbestimmung habe der spanische Telekommunikationsanbieter noch keine einzige Antenne aufgestellt.
31,8 Millionen Euro futsch
Die von der Telefónica kontrollierte 3G Mobile AG hatte im Jahr 2000 die landesweite UMTS-Konzession für umgerechnet rund 31,8 Millionen Euro ersteigert. Im Zuge eines Aufsichtsverfahrens stellte das Schweizer Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) fest, dass die Telefónica bis heute keine Infrastruktur aufgebaut habe und damit die Versorgungspflichten verletze.
3G Mobile sei auf dem Schweizer Markt nicht aktiv und habe auch keine konkreten Pläne für einen Netzaufbau heißt es von Seiten des BAKOM. Die ComCom hat deshalb auf Antrag des BAKOM entschieden, die nicht genutzte Konzession entschädigungslos zu entziehen. Was mit den frei werdenden Frequenzen geschehen soll, will die Comcom zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden.
Gesuche der Telefónica stießen auf taube Ohren
Das Gesuch der Telefónica, die Schweizer Lizenz an bestehende UMTS-Konzessionäre zu verkaufen, wurde von der ComCom abgelehnt, heißt es in der Pressemitteilung des BAKOM. Auch nicht berücksichtigt wurde das Anliegen, die verletzte Konzessionsbestimmung aufzuheben.
Das Unternehmen hat nun 30 Tage Zeit, Beschwerde einzureichen. Der Entscheid der ComCom kann über eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde direkt an das Schweizer Bundesgericht gehen.

(Denise Bergfeld)

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