Milliardeninvestitionen geplant

Telefónica und Allianz: Gemeinsamer Glasfaserausbau in Deutschland

Die Spekulationen um ein Glasfaserprojekt des Mobilfunknetzbetreibers Telefónica zusammen mit der Versicherung Allianz haben die beiden Konzerne nun offiziell bestätigt.

Jörg Schamberg, 29.10.2020, 12:49 Uhr (Quelle: DPA)
Glasfaser Kabel© elmar gubisch / Adobe Stock

Der spanische Telekomkonzern Telefónica hat sich beim Glasfasernetz-Ausbau die Allianz als Partner an Bord geholt. Beide Konzerne sollen jeweils zur Hälfte am Gemeinschaftsprojekt beteiligt sein, teilten sie am Donnerstagmorgen in Madrid und München mit. Die Beteiligung der Telefónica-Gruppe werde über ihre Infrastruktursparte mit 40 Prozent und Telefónica Deutschland mit 10 Prozent gehalten.

Investitionen von bis zu fünf Milliarden Euro

Das Gemeinschaftsunternehmen will in den kommenden sechs Jahren bis zu fünf Milliarden Euro investieren. Der spanische Konzern Telefónica will 500 Millionen Euro als Eigenkapital in das Projekt stecken - von der Allianz soll über verschiedene Instrumente eine Milliarde Euro kommen. Für Versicherer sind Infrastruktur-Investitionen interessant, da sie in Zeiten von niedrigen Zinsen nachhaltige Renditen versprechen. Der Rest der Investitionen will sich das Joint-Venture über Kredite und andere Wege an Bord holen.

Glasfaseranschlüsse für bis zu 2,2 Millionen Haushalte

Bereits zuvor hatte es Spekulationen über eine Glasfaserallianz beider Unternehmen gegeben. Am Mittwoch hatte der Telefónica-Deutschland-Chef Markus Haas noch gesagt, dass es zeitnah eine Entscheidung dazu geben könnte. Nach Angaben von Telefónica Deutschland vom Donnerstag sollen mit der Glasfasergesellschaft bis zu 2,2 Millionen Haushalte, vorwiegend in ländlichen Regionen des Landes, mit den neuen Anschlüssen bis ins Haus versorgt werden.

Telefónica Deutschland profitiere als erster Großkunde der Gesellschaft. Für weitere Partnerschaften mit anderen Telekom-Unternehmen sei das Projekt geöffnet, hieß es.

Der Branchenverband VATM begrüßte die Gründung des neuen Joint Ventures und den geplanten Glasfaseranschluss von mehr als zwei Millionen Haushalten als "sehr gute Nachrichten für den Glasfaserausbau in Deutschland". VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner hob als besonders positiv hervor, dass das Glasfasernetz im Rahmen von Open Access auch anderen Telekommunikationsanbietern offen stehen soll.

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