News

Telefónica sucht mit M2M nach Umsätzen jenseits von Telefonminuten, SMS und Daten-Flatrates

In einem Interview mit dem hauseigenem Blog gibt Kai Brasche, Telefónicas Vice President Digital M2M, einen Ausblick auf neue Angebote des Mobilfunkers. Im Bereich Telefónica Digital sucht das Unternehmen nach neuen Geschäftsfeldern und dort nach neuen Umsätzen.

15.01.2014, 09:21 Uhr
SMS© TristanBM / Fotolia.com

In einem Interview mit dem hauseigenem Blog gibt Kai Brasche, Telefónicas verantwortlicher Manager für die M2M-Kommunikation, einen Ausblick auf neue Angebote des Mobilfunkers. Im Bereich Telefónica Digital sucht das Unternehmen nach neuen Geschäftsfeldern und dort nach neuen Umsätzen. Bislang werden den Privat- und Geschäftskunden vor allem Telefonminuten, SMS und Daten-Flatrates berechnet.

Zentral entwickelt, für einzelne Märkte angepasst

Telefónica konzentriert sich dabei auf die Kommunikation von Maschine zu Maschine (M2M). Im Angebot gibt es bereits die Steuerung ganzer LKW-Flotten, Telematik-Sicherheits-Dienste, aber auch Werbung, die auf einen Kunden besser zugeschnitten wird. "Die Umsatzbringer der Zukunft werden in neuen Geschäftsfeldern wie elektronische Gesundheitslösungen, Finanzdienste, Unterhaltung, Werbung und M2M liegen", so Brasche.

Die neuen Dienste werden zentral entwickelt und anschließend auf einzelne Märkte angepasst. Die Plattform Telefónica Insurance Telematics dient dabei als Grundlage unterschiedlicher Autoversicherungen in Deutschland oder in Spanien. Die Sparkassen DirektVersicherung ist die erste deutsche M2M-Autoversicherung.

Daten für den Versicherer

Eine Telematik-Box im Auto analysiert das Fahrverhalten und stellt dem Versicherer genug Daten zur Verfügung, um das Risiko genauer berechnen zu können. Wer vorausschauend und vorsichtig fährt, kann dann einen geringeren Beitrag zahlen als derjenige, der risikoreicher fährt. Bei einem Unfall lässt sich sogar automatisch der Notarzt rufen.

Im September wird auch das Promotion Pad von O2 vorgestellt, das in den Räumen von Einzelhändlern, Restaurants, Tankstellen und Hotels hängen soll. Dort werden Aktionsangebote, Kundeninformationen und Nachrichten angezeigt, die von einem zentralen Server per Mobilfunk geladen werden.

Der Mensch im Mittelpunkt der Maschinenkommunikation

Der Werbedienst o2 More Local schickt einem angemeldeten Kunden die aktuellen Angebote eines Geschäfts per SMS, wenn dieser an dem Laden vorbeikommt. Per Location Based Service (LBS) werden hier die digitale und die reale Welt verknüpft. Um den Rabatt allerdings in Anspruch zu nehmen, muss er dann nur noch die Verkaufsräume betreten.

Darüber hinaus arbeitet Telefónica Digital an den Themen Smart Home, Smart Grids, Smart Car und Smart Cities. Trotzdem M2M-SIM-Karten für die Kommunikation zwischen Maschinen bestimmt sind, soll doch der Mensch im Mittelpunkt stehen. Brasche gibt folgendes Beispiel: "Die Flottensteuerung mit dem o2 Fleetstore bringt Lkw-Fahrer schneller ans Ziel" – die geladene Ware damit allerdings auch.

Flottenmanagement, Pflegedienste, Automobilzulieferer und Connected Cars

Grundlage der neuen Dienste ist die M2M-Plattform Smart M2M, die im August in Betrieb genommen wurde. "Sie verbindet die Maschinen von verschiedensten Herstellern mit den unterschiedlichsten Datenquellen. So lassen sich auch Geräte mit bisher inkompatiblen Datenflüssen problemlos zusammenschließen." Trotzdem Telefónica damit universell aufgestellt ist, konzentriert sich das Unternehmen auf die drei vertikalen Zielgruppen Energie, Mobilität und Automation.

Der Bereich Mobilität reicht vom Flottenmanagement über Pflegedienste bis hin zu Anwendungen für Automobilzulieferer und Connected Cars. Im Bereich Automation geht es um Verkaufsautomaten. Telefónica will aber nicht nur Techniklieferant sein, sondern vor allem auch Partner seiner Kunden. Für ganz Europa gelten Einheitspreise.

(Peter Giesecke)

Kommentieren Forum
Zum Seitenanfang