Netzausbau

Telefónica schaltet das 3G-Netz bis Ende 2021 ab

Ein Jahr früher als geplant will Telefónica alle 18.000 verbleibenden 3G-Standorte auf die schnellere 4G-Technik umrüsten. Kunden im O2-Netz sollen davon automatisch profitieren.

Christoph Liedtke, 18.11.2020, 10:24 Uhr
o2 TelefonicaBis Ende 2021 soll das 3G-Netz vollständig durch 4G ersetzt sein.© o2 Telefonica

Telefónica Deutschland verkündet ambitionierte Ziele: Das Unternehmen will den vollständigen Wechsel von 3G auf 4G nun um ein Jahr beschleunigen, sodass das O2-Netz bis Ende 2021 auf die schnellere und sparsamere Funktechnik umgestellt wird. Damit dürfte die 3G-Abschaltung bis zum Jahresende 2021 in Deutschland von allen drei großen Netzbetreibern abgeschlossen und das 3G-Zeitalter beendet sein.

Umstellung von 18.000 Standorten

Bereits bis zum Ende dieses Jahres sollen einige Standorte komplett auf 4G umgestellt werden. Die meisten der insgesamt 18.000 Standorten mit 3G-Technik werden jedoch erst in der zweiten Jahreshälfte 2021 umgestellt, bis dahin laufen sie weiterhin in einem Parallelbetrieb aus 3G- und 4G-Mobilfunktechnik. Das durch die 3G-Technik verwendende Frequenzspektrum bei 2.100 MHz will man nach der Abschaltung der veralteten Technik für einen schnelleren Netzausbau von 4G und 5G nutzen.

Die Umstellung von 3G auf 4G bringt nicht nur eine um bis zu fünffach höhere Datenrate, eine bessere Sprachqualität und bis zu zehnfach niedrigere Latenzen, 4G und 5G sind in puncto Leistungsaufnahme deutlich effizienter. Telefónica gibt an, dass man bis zu 90 Prozent pro transportiertem Byte an Stromverbrauch einsparen kann. Das Unternehmen will zudem bis spätestens 2025 klimaneutral agieren.

3G verliert seit Jahren an Bedeutung

Die Bedeutung von 3G hat in den letzten Jahren deutlich abgenommen. Über 90 Prozent aller Daten werden aktuell per 4G übertragen, vor vier Jahren liefen noch rund 60 Prozent über das 3G-Netz. Künftig werde sich die Datennutzung vollständig auf das 4G- und 5G-Netz aufteilen.

Kunden, die das O2-Netz von Telefónica nutzen, sollen von den 4G-Vorteilen automatisch profitieren, einen entsprechenden Tarif mit SIM-Karte und ein 4G-fähiges Endgerät vorausgesetzt. Von den 44 Millionen Kunden sollen bereits über 97 Prozent mobile Daten mit einem kompatiblen Endgerät übertragen. Wer die Voraussetzungen für das 4G-Zeitalter aktuell nicht erfüllt, soll vom Unternehmen proaktiv informiert werden.

Von der 3G-Abschaltung nicht betroffen ist das 2G-Netz, das auch noch in den kommenden Jahren für Telefonie und SMS genutzt werden kann.

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