News

Telefónica mit Millionenverlust: Festnetz rückläufig - mehr Mobilfunk-Vertrasgskunden

Telefónica Deutschland will nach der Fusion mit E-Plus das führende Telekommunikationsunternehmen in Deutschland werden. Allerdings hat Telefónica am Montag eine gemischte Bilanz für das dritte Quartal vorgelegt. Mieses Festnetzgeschäft, aber Wachstum bei Mobilfunk - unterm Strich bleibt im Zeitraum von Juli bis September ein Verlust in Millionenhöhe.

10.11.2014, 11:44 Uhr
Paar mit Laptop© Syda Productions / Fotolia.com

Telefónica Deutschland ist nach der Fusion mit E-Plus gemessen an der Zahl der Mobilfunkanschlüsse der größte Mobilfunkanbieter Deutschlands. Bei den am Montag in München vorgelegten Geschäftszahlen für das dritte Quartal von Anfang Juli bis Ende September sowie den ersten neun Monaten des Jahres 2014 wurde E-Plus allerdings noch nicht berücksichtigt. Telefónica, zu dem unter anderem Marken wie o2 und Fonic gehören, sieht nach eigenen Angaben seit Jahresbeginn eine positive Entwicklung, wenngleich das Unternehmen weiterhin Umsatzverluste verzeichnet. Motor ist das wachsende mobile Datengeschäft. Thorsten Dierks, Vorstandsvorsitzender von Telefónica Deutschland hält denn auch am selbst gesetzten Ziel fest: "Wir wollen das führende digitale Telekommunikationsunternehmen in Deutschland werden".

Festnetzgeschäft ist weiter rückläufig

Allerdings findet man beim Blick auf die nackten Zahlen des Ergebnisses für die ersten neun Monate im Vergleich mit dem Vorjahr noch viele Minuszeichen in der Bilanz. Die Zahl der Anschlüsse inklusive Wholesale-Geschäft lag Ende September bei 25,25 Millionen, ein Rückgang um 0,7 Prozent gegenüber Ende September 2013. Auf Endkunden entfielen 24,11 Millionen Anschlüsse. Einbußen musste Telefónica unter anderem bei der Festnetztelefonie hinnehmen: Die Zahl der Anschlüsse ging hier um 4,4 Prozent auf 2,05 Millionen zurück.

Abwärts ging es auch bei den Breitbandanschlüssen, hier meldete Telefónica einen Rückgang um 4,7 Prozent auf 2,16 Millionen Anschlüsse, im dritten Quartal sank die Zahl dieser Anschlüsse um 30.000. Die Zahl der Schmalbandanschlüsse rutschte im Jahresvergleich um -8,9 Prozent auf 253.000 ab, ein Minus von rund 6.000 Anschlüssen im dritten Quartal. Unterm Strich kam der Anbieter Ende September noch auf 2,41 Millionen Internet- und Datenanschlüsse.

Telefónica punktet bei Mobilfunk-Vertragskunden

Besser sah es bei den Mobilfunkanschlüssen aus: Insgesamt zählte Telefónica zum Ende des dritten Quartals rund 19,65 Millionen mobile Anschlüsse – ein leichtes Plus von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Während die Zahl der Prepaid-Anschlüsse allerdings um 2,9 Prozent auf rund 8,99 Millionen sank, erhöhte sich die Zahl der Post-Paid-Anschlüsse um 3,3 Prozent auf 10,66 Millionen. Nach Unternehmensangaben konnte Telefónica in den ersten neun Monaten 374.000 neue Mobilfunk-Vertragskunden hinzugewinnen, im Vergleichszeitraum des Vorjahres lag die Zahl der neuen Mobilfunk-Vertragskunden nur bei 207.000.

Im dritten Quartal nahm die Zahl der neuen Postpaid-Kunden um rund 143.000 zu – fast eine Verdreifachung gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Hinzu kamen im dritten Quartal knapp 70.000 neue Prepaid-Kunden. Das Vertragskundengeschäft wurde für Telefoníca erneut wichtiger und nahm Ende September bereits einen Anteil von 54,3 Prozent an den Mobilfunkanschlüssen ein. Telefónica meldet zudem eine hohe Nachfrage von Neu- und Bestandskunden nach LTE-Geräten, im dritten Quartal seien bereits 88 Prozent des Smartphone-Gesamtabsatzvolumens bereits LTE-Geräte gewesen.

Telefónica mit 15 Millionen Euro Verlust im dritten Quartal

Finanziell steckt Telefónica weiter in den roten Zahlen. Der durchschnittliche monatliche Umsatz pro Kunde (ARPU) erreichte in den ersten neun Monaten 12,40 Euro nach 12,70 Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres (-2,2 Prozent). Im Verlauf der ersten drei Quartale ist aber ein positiver Trend erkennbar, im dritten Quartal lag der ARPU wieder bei 12,70 Euro. Der Umsatz mit dem Festnetzgeschäft belief sich im dritten Quartal nur noch auf 283 Millionen Euro nach 311 Millionen Euro im Vorjahresquartal (-9 Prozent). Auf Sicht der ersten neun Monate dieses Jahres erzielte Telefónica mit dem Festnetz 864 Millionen Euro (-7,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr).

Mit der Mobilfunk-Sparte setzte das Unternehmen von Juli bis September 934 Millionen Euro um, ein Plus von 22 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt belief sich der Umsatz mit dem Mobilfunkgeschäft in den ersten neun Monaten auf 2,633 Milliarden Euro (-3,5 Prozent). Der Gesamtumsatz des Unternehmens im dritten Quartal ging gegenüber dem Vorjahr um 6 Millionen Euro auf rund 1,22 Milliarden Euro zurück.

Was bleibt unterm Strich? Im dritten Quartal verzeichnet Telefónica einen Verlust von 15 Millionen Euro, im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte der Mobilfunknetzbetreiber noch ein Plus von 9 Millionen Euro gemeldet. Die Fusion mit E-Plus läuft nach Plan. "Nach intensiven Planungen arbeiten wir jetzt mit Hochdruck an einer Vielzahl von Integrationsprojekten", so Thorsten Dierks. Das Unternehmen kommt gemeinsam auf rund 47 Millionen Kundenanschlüsse. Die Übernahme von E-Plus hat aber auch Folgen für die Mitarbeiter: Bis 2018 ist ein Abbau von 1.600 Vollzeitstellen geplant.

(Jörg Schamberg)

Kommentieren Forum
Zum Seitenanfang