Teils schlechtere Konditionen

Telefónica: Ehemalige Base-Kunden bei Umstellung auf O2-Tarife benachteiligt?

Im Zuge des Zusammenwachsens des Mobilfunknetzes von O2 und E-Plus hat Telefónica Deutschland ehemaligen Base-Kunden versprochen, dass es für sie keine Nachteile bei der Umstellung auf O2-Tarife geben werde. Die Realität sieht aber in manchem Detail offenbar anders aus. Probleme gibt es etwa bei Speed und Bandbreite der ehemaligen Base-Option "EU Reise-Flat". Telefónica verspricht eine Lösung.

Jörg Schamberg, 27.05.2016, 16:15 Uhr
o2 Telefonica© o2 Telefonica

München – Die Mobilfunknetze von Telefónica Deutschland (O2 und E-Plus) wachsen seit April 2015 zusammen. Seitdem sind die 3G/UMTS-Netze für alle Kunden im O2- und E-Plus-Mobilfunknetz freigeschaltet. Im Zuge der Übernahme von E-Plus hatte Telefónica versprochen, dass Kunden nicht schlechter gestellt werden. Inzwischen wurden auch Kunden der E-Plus-Marke Base auf O2-Tarife (www.o2.de/handy Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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) umgestellt. Doch die neuen Konditionen sind offenbar nicht in allen Details mit den früheren Konditionen der Base-Tarife identisch. Ein Base-Kunde machte unsere Redaktion darauf aufmerksam, dass es nach der Umstellung insbesondere Nachteile für Nutzer der vormaligen Base "EU Reise-Flat" gibt.

Beschränkungen bei Speed und verfügbarem Datenvolumen im Ausland

Base-Kunden konnten die "EU Reise-Flat" für 3 Euro monatlich zu ihrem Tarif hinzubuchen. Der Vorteil: Sowohl das Datenvolumen als auch die Bandbreite, die im jeweiligen Tarif im Inland verfügbar waren, ließen sich auch im EU-Ausland nutzen. Nach der Umstellung des Kunden auf einen O2-Vertrag beschränkt der Mobilfunknetzbetreiber derzeit aber die maximal im EU-Ausland nutzbare Bandbreite auf 1 Mbit/s. Auch das außerhalb Deutschlands zur Verfügung stehende Datenvolumen wird auf maximal 1 GB begrenzt. Base-Kunden, die Tarife mit einem höheren monatlichen Datenvolumen als 1 GB gebucht haben, sind bei der Nutzung im Ausland somit klar benachteiligt.

Im O2-Kundenforum beschweren sich ehemalige Base-Kunden, dass dies nicht den gebuchten Konditionen ihrer alten Tarif-Option entspreche. Auch die Kosten für SMS seien teurer als im alten Tarif. Die Kosten für Telefonate ins Ausland sowie vom Ausland (außerhalb der EU) nach Deutschland würden ebenfalls vom zuvor genutzten Tarif abweichen, so ein Kunde in dem Forum. Doch haben ehemalige Base-Kunden nun ein Recht zur Sonderkündigung? Inzwischen soll es zumindest wohl für die im Ausland nutzbare Datenmenge eine Zwischenlösung geben. Wir haben bei Telefónica nachgehakt, um Klarheit zu erhalten.

Auslandsvolumen als Übergangslösung nachbuchbar - ohne Berechnung oder mit späterer Erstattung

Ein Unternehmenssprecher erklärte gegenüber unserer Redaktion, dass viele der auf O2 umgestellten ehemaligen Base/E-Plus-Kunden von der EU Roaming Flat für das mobile Surfen im EU-Ausland profitieren würden. "Sie verbrauchen ihr Inlands-Datenvolumen nicht mehr im Ausland. Im Gegenteil, es gibt die 1GB der EU Roaming Flat für sie on top", so der Sprecher. Das Unternehmen bestätigte, dass es eine Übergangslösung für die im Ausland nutzbare Datenmenge gibt.

"Bereits umgestellte Kunden mit einem höheren Inlands-Datenvolumen als 1GB können nach Verbrauch der EU Roaming Flat weiteres Auslandsvolumen nachbuchen – bis zur Höhe ihres monatlichen Datenvolumens für das Inland. Diese Buchungen werden entweder nicht berechnet oder die Kosten nachträglich von O2 mit der Folgerechnung erstattet. Die Kunden müssen sich hier um nichts kümmern", so die Stellungnahme von Telefónica. Im O2-Forum scheint man über eine solche Nachbuchlösung nicht wirklich glücklich zu sein.

In Kürze soll es eine dauerhafte Lösung für die nutzbare Bandbreite geben

Doch das Unternehmen gibt zu, dass dies noch keine finale Lösung sei. Die Übergangslösung stelle sicher, dass den Kunden "kein Nachteil gegenüber ihren Roaming-Konditionen vor der Markenumstellung entsteht". Der Sprecher betont: "Zeitnah wird es eine grundsätzliche Lösung geben." Bedeutet dies auch einen Wegfall der derzeitigen Speed-Beschränkung im Ausland auf 1 Mbit/s? Der Telefonica-Sprecher verspricht zumindest: "Auch hier wird es in Kürze eine dauerhafte Lösung geben."

Keine Sonderkündigung möglich

Können Kunden, die wegen der Umstellung auf O2-Tarife und damit verbundener Probleme unzufrieden sind, ihren Tarif denn kündigen? "Nein, da sowohl die Übergangsregelung sowie die endgültige Lösung dafür sorgen, dass den auf O2 umgestellten ehemaligen Base/E-Plus Kunden kein Nachteil gegenüber ihren Roaming-Konditionen vor der Markenumstellung entsteht", betont das Unternehmen. Ein Kölner O2-Shop hatte einem ehemaligen Base-Kunden dagegen erklärt, dass ihm ein Sonderkündigungsrecht zustehe.

Telefónica sollte hier mehr Transparenz und Klarheit an den Tag legen. Für so manchen Kunden erscheint die Umstellung eher mit Nachteilen verbunden und nicht in allen Punkten nachvollziehbar. Denn Nachbesserungsbedarf hinsichtlich der Kommunikation gegenüber den Kunden gibt es offenbar auch bei anderen Tarifoptionen. So schilderte uns ein auf O2 umgestellter Base-Kunde, dass in seinen neuen Vertragsbedingungen der Virenscanner Kaspersky und die 10 GB Base Cloud, die ihm über seinen Tarif bislang zur Verfügung standen, nicht mehr auftauchen. Laut O2-Forum sollen aber sowohl die Base-Cloud als auch Kaspersky Internet Security weiterhin kostenfrei nutzbar sein.

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