Voll auf Kurs?

Telefónica Deutschland: Sinkende Kundenzahlen bei Mobilfunk und Festnetz

Telefóncia Deutschland-Chef Haas sieht sein Unternehmen nach Vorlage der Zahlen für das erste Quartal 2018 voll auf Kurs. Doch sowohl die Zahl der Prepaid-Kunden als auch der Festnetzkunden ist unter dem Strich rückläufig. Es konnten jedoch 157.000 neue Mobilfunk-Vertragskunden und 91.000 neue VDSL-Kunden gewonnen werden.

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München – Der Mobilfunknetzbetreiber und Internetanbieter Telefónica Deutschland hat am Mittwoch die vorläufigen Zahlen für das erste Quartal 2018 vorgelegt. Telefónica Deutschland-Chef Markus Haas zeigte sich optimistisch: "Wir nehmen weiter Tempo auf und liegen nach dem ersten Quartal voll auf Kurs für das Gesamtjahr. Mit unserer Vision 2022 vor Augen arbeiten wir mit Hochdruck an unserem großen Ziel, der Mobile Customer and Digital Champion in Deutschland zu werden." Statt auf trockene Finanzzahlen legen wir im Folgenden den Fokus auf die Kundenentwicklung von Telefónica von Anfang Januar bis Ende März 2018. Ganz so rosig wie der Telefónica-Chef es sieht, sind die Kundenzahlen jedoch nicht.

Zahl der Endkundenanschlüsse geht weiter zurück

Zum Stichtag 31. März 2018 zählte Telefónica Deutschland auf marktvergleichbarer Basis insgesamt rund 49,6 Millionen Kundenanschlüsse, davon entfielen knapp 45,3 Millionen auf den Mobilfunk. 98 Prozent der SIM-Karten werden laut Telefónica von Menschen genutzt, der Rest entfalle auf die Kommunikation zwischen Maschinen. Die Zahl der Endkundenanschlüsse ging auch im ersten Quartal weiter zurück, Ende März kam das Unternehmen nach der klassischen Berechnung auf rund 47 Millionen solcher Anschlüsse, ein Rückgang um 405.000 gegenüber dem Vorquartal.

535.000 weniger Prepaid-Kunden - 157.000 neue Mobilfunk-Vertragskunden

Dies dürfte vor allem dem weiter rückläufigen Prepaid-Bereich geschuldet sein. Für Ende März gibt der Münchener Anbieter rund 21,35 Millionen Prepaid-Anschlüsse an – rund 535.000 weniger gegenüber dem 4. Quartal 2017. Als Gründe nennt das Unternehmen vor allem weiterhin die 2017 eingeführte Prepaid-Identifikationspflicht und das Aus für Roaming-Gebühren. Dafür sei die Zahl der Mobilfunk-Vertragskunden in den ersten drei Monaten des Jahres 2018 um 157.000 auf 21,43 Millionen gestiegen. Dazu beigetragen hätte vor allem die starke Nachfrage nach "O2 Free"-Tarifen. Die Integration des E-Plus-Netzes soll bis Ende 2018 abgeschlossen sein.

Mobile Datennutzung steigt weiter

Rasant erhöht habe sich auch die Datennutzung im Telefónica-Mobilfunknetz. Von Januar bis März 2018 seien 126.000 Terabyte an Daten über das Netz transportiert worden. Das sei eine Steigerung von 46 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. LTE-Kunden würden im Schnitt auf eine monatliche Datennutzung von 2,8 GB kommen – 56 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der LTE-Kunden lag Ende März bei fast 16,1 Millionen. Zusammen mit dem Kooperationspartner NGN Fiber Network KG werde Telefónica Deutschland in den kommenden Jahren mindestens 1.500 Mobilfunkstandorte mit Glasfaserkabeln anbinden, um die LTE-Leistung zu erhöhen. Dies sei zudem auch eine Voraussetzung zur Schaffung einer 5G-Infrastruktur.

Weniger Internetanschlüsse - mehr VDSL-Kunden

Im Festnetzbereich machte sich weiter der Ausstieg aus dem DSL-Wholesale-Geschäft bemerkbar. Die Zahl der Internet- und Datenanschlüsse sank im ersten Quartal um rund 15.000 auf 2,26 Millionen. Mit VDSL konnte Telefónica dagegen punkten: Die Zahl der VDSL-Anschlüsse kletterte um 91.000 auf 1,24 Millionen. Ende März gab es noch rund 1,69 Millionen Anschlüsse für Festnetztelefonie, 11.000 weniger als im Quartal zuvor.

Regulierungseffekte beeinflussen Umsätze weiter

Das Roaming-Aus machte sich bei den Mobilfunkumsätzen von Telefónica Deutschland bemerkbar, die im ersten Quartal um 0,4 Prozent auf 1,29 Milliarden Euro zurückgingen. Bereinigt um die Regulierungseffekte errechnete Telefónica dagegen ein Umsatzwachstum um 0,4 Prozent auf 1,78 Milliarden Euro.

Dank einer wachsenden Nachfrage nach hochwertigen Smartphones und Tablets sei der Umsatz mit Endgeräten von Januar bis März 2018 um 11 Prozent auf 280 Millionen Euro gestiegen. Im Festnetzgeschäft seien die Erlöse dagegen um 11 Prozent auf 199 Millionen Euro zurückgegangen.

Jörg Schamberg

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