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Telefónica Deutschland leidet unter dem Preiskampf

Telefónica Deutschland (O2) ist auf dem Mobilfunkmarkt noch die Nummer vier. Mit der Übernahme von E-Plus wollen die Münchner die Nummer eins werden. Viel Gründe für den teuren Plan finden sich in der Bilanz 2013 - der Konzern bekommt den Preiskampf zu spüren.

26.02.2014, 12:16 Uhr (Quelle: DPA)
DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

Der Mobilfunker o2 bekommt den Preiskampf auf dem deutschen Markt und die wachsende Konkurrenz durch Internetdienste zu spüren. In der möglicherweise letzten Jahresbilanz von Telefónica Deutschland vor der geplanten Übernahme des Rivalen E-Plus muss der Konzern Rückgänge sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn vermelden. Die Erlöse sanken im vergangenen Jahr um 5,7 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro, wie die deutsche Tochter der spanischen Telekomriesen Telefónica am Mittwoch in München mitteilte.

Preiskampf als Problem

Der operative Gewinn vor Abschreibungen belief sich auf 1,2 Milliarden Euro und lag damit um 3,3 Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Unter dem Strich knickte der Gewinn von 308 auf nur noch 78 Millionen Euro ein. Im Vorjahr hatte das Unternehmen allerdings auch einen positiven Steuereffekt verbuchen können.

Gründe für die maue Umsatz- und Gewinnentwicklung gibt es einige, etwa den Preiskampf, den sich die vier Mobilfunker auf dem umkämpften deutschen Markt liefern. Kunden lassen sich nur schwer gewinnen, da statistisch gesehen bereits jeder Deutsche 1,4 Mobilfunkverträge hat. Wachstum ist fast nur über wechselwillige Kundschaft möglich. Zudem machen Internetdienste wie Whatsapp den Firmen die SMS-Kunden abspenstig. Die Kurzmitteilungen verlieren ihre Bedeutung.

Und obwohl die Kunden immer häufiger Smartphones kaufen, für die sie Datenverträge buchen, die teurer sind als klassische Handyverträge, verdient o2 pro Kunde weniger Geld. Der Umsatz, den Telefónica je Kunde macht, sank im vergangenen Jahr von 5,50 auf 5,10 Euro. Die Zahl der Mobilfunkkunden wuchs nur leicht um 0,5 Prozent auf nun 19,4 Millionen. Insgesamt wuchs die Zahl der Kundenanschlüsse um rund 1 Prozent auf nun gut 24 Millionen Anschlüsse. Im vierten Quartal war die Kundenentwicklung allerdings alarmierend - weil in allen ausgewiesenen Segmenten rückläufig. Zugleich steht o2 wie die Konkurrenz vor großen Ausgaben für den Netzausbau.

Kommt der neue Marktführer oder lehnt die EU den Zusammenschluss mit E-Plus ab?

Vor allem deshalb will sich Telefónica Deutschland den Rivalen E-Plus einverleiben. Der Übernahme steht nur noch die fehlende Zustimmung der EU-Kommission entgegen. Kommt die, entsteht auf einen Schlag ein neuer Marktführer in Deutschland, der gemessen an der Zahl der Handykunden noch vor dem bisherigen Platzhirsch Deutsche Telekom und dem deutschen Ableger der britischen Vodafone rangiert. Der Zusammenschluss soll vor allem helfen, Kosten zu senken, um im Kampf mit den anderen Großen der Branche langfristig bestehen zu können.

Die Aktionäre, allen voran die spanische Mutter, die mehr als 75 Prozent an der deutschen Tochter hält, profitieren trotz der etwas durchwachsenen Zahlen. Wie bereits angekündigt, will Telefónica Deutschland rund 525 Millionen Euro ausschütten, was einer Dividende von 47 Cent je Aktie entspricht. 2012 gab es 45 Cent je Aktie.

(Hayo Lücke)

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