Abschluss erwartet

Telefónica Deutschland: Großteil der Funkmasten vor dem Verkauf

Rund 10.000 Funkmasten von Telefónica Deutschland könnten bald für rund 1,5 Milliarden Euro verkauft werden. Die Auslagerung der Masten soll an eine andere Tochter des spanischen Telefónica-Konzerns erfolgen.

Jörg Schamberg, 05.06.2020, 10:22 Uhr (Quelle: DPA)
Mobilfunkmast© Kara / Fotolia.com

Der Mobilfunkanbieter Telefónica Deutschland (O2) steht offenbar kurz vor dem Abschluss einer weiteren Auslagerung von Funkmasten an eine andere Tochter der spanischen Mutter. Beim jetzt geplanten Verkauf könnten etwa 10.000 Masten mit insgesamt 1,5 Milliarden Euro bewertet werden, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am späten Donnerstagabend unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Käufer wäre dann der Infrastrukturspezialist Telxius, der vom spanischen Telekomkonzern Telefónica kontrolliert und unter anderem vom Finanzinvestor KKR unterstützt wird. Die Transaktion wird bereits seit längerem erwartet. Auch der Kaufpreis dürfte den Markt nicht überraschen, nachdem dieser bereits im April in einem Bericht der spanischen Zeitung Expansion genannt worden war.

Großteil der fast 19.000 Dachstandorte soll verkauft werden

Telefónica-Deutschland-Chef Markus Haas hatte bei der Hauptversammlung im Mai gesagt: "Ich bin zuversichtlich, in den nächsten Wochen zu einer finalen Entscheidung in der sehr komplexen Transaktion zu kommen." Das MDax-Unternehmen hatte die Prüfung des Verkaufs im September angekündigt. Dabei geht es um einen großen Teil der fast 19.000 Dachstandorte und der dort montierten sogenannten passiven Infrastruktur - die Sendeanlagen selbst sind davon nicht betroffen. Dem Bloomberg-Bericht zufolge könnte die Transaktion in den kommenden Tagen bekanntgegeben werden. Das Unternehmen selbst wollte dies nicht kommentieren.

Der deutsche Mobilfunkanbieter, dessen Anteile zu 70 Prozent bei Telefónica liegen, hatte bereits vor vier Jahren 2.350 freistehende Mobilfunkmasten an Telxius abgegeben und damit knapp 590 Millionen Euro erlöst. Telxius will in Europa zu einem führenden Anbieter von Funk- und Sendemasten werden. Das Unternehmen gehört zur Hälfte Telefónica. Der Finanzinvestor KKR hält 40 Prozent und Amancio Ortega, der dank seinem 59 Prozent-Anteil am spanischen Modekonzern Inditex mit einem Vermögen von zuletzt rund 55 Milliarden Euro, der reichste Mann Spaniens ist, besitzt die restlichen zehn Prozent.

Sendemastenverkauf zur Entlastung der Bilanzen

Der Verkauf von Sendemasten hilft Telekomkonzernen dabei, ihre Bilanzen zu entlasten und Geld für Investitionen in das neue schnelle 5G-Mobilfunknetz einzusammeln. Funktürme und Mobilfunkstandorte gelten als attraktives Investment für Investoren wie zum Beispiel Versicherer oder Finanzinvestoren, die an einer stabilen Rendite aus den Standortmieten interessiert sind. Der britische Mobilfunkkonzern Vodafone will seine europäische Funkturmsparte 2021 an die Börse bringen. Die Deutsche Telekom hatte ihre Funktürme schon vor Jahren in eine eigene Gesellschaft ausgelagert, ist aber noch alleinige Besitzerin.

Update vom 9. Juni 2020, 9.25 Uhr: Verkauf der Sendemasten wie erwartet erfolgt

Der Mobilfunkanbieter Telefonica Deutschland (O2) hat wie erwartet erneut Funkmasten an eine andere Tochter seines spanischen Mutterkonzerns ausgelagert. Es seien 10.100 Masten für insgesamt 1,5 Milliarden Euro an Telxius verkauft worden, teilte der spanische Telekomkonzern Telefonica am Montagabend in Madrid mit. Die Nettoverschuldung werde sich durch die Transaktion um etwa 500 Millionen Euro verringern.

Der deutsche Mobilfunkanbieter, dessen Anteile zu 70 Prozent bei Telefonica liegen, hatte bereits vor vier Jahren 2350 freistehende Mobilfunkmasten an Telxius abgegeben und damit knapp 590 Millionen Euro erlöst. Telxius will in Europa zu einem führenden Anbieter von Funk- und Sendemasten werden. Das Unternehmen gehört zur Hälfte Telefonica. Der Finanzinvestor KKR hält 40 Prozent und Amancio Ortega, der dank seinem 59 Prozent-Anteil am spanischen Modekonzern Inditex mit einem Vermögen von zuletzt rund 55 Milliarden Euro, der reichste Mann Spaniens ist, besitzt die restlichen zehn Prozent.

Der Verkauf von Sendemasten hilft Telekomkonzernen dabei, ihre Bilanzen zu entlasten und Geld für Investitionen in das neue schnelle 5G-Mobilfunknetz einzusammeln. Funktürme und Mobilfunkstandorte gelten als attraktives Investment für professionelle Anleger wie Versicherer und Finanzinvestoren, die an einer stabilen Rendite aus den Standortmieten interessiert sind.

Der britische Mobilfunkkonzern Vodafone will seine europäische Funkturmsparte im Jahr 2021 an die Börse bringen. Die Deutsche Telekom hatte ihre Funktürme schon vor Jahren in eine eigene Gesellschaft ausgelagert, ist aber noch alleinige Besitzerin.

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