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Tele Columbus: 200 Millionen Euro für Internet & HDTV

Der Kabelnetzbetreiber Tele Columbus kann seine Schuldenlast durch eine finanzielle Restrukturierung um 400 Millionen Euro reduzieren. Zugleich erhält der Provider einen neuen Eigentümer und frisches Geld in Höhe von 35 Millionen Euro.

19.01.2011, 15:14 Uhr
Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

Der mit Schulden in Höhe von 940 Millionen Euro belastete Kabelnetzbetreiber Tele Columbus kann in diesem Jahr neu durchstarten. Die Schuldenlast wird durch einen am Dienstag unterzeichneten Restrukturierungsplan um über 400 Millionen Euro reduziert. Gleichzeitig erhält der vor allem in Ostdeutschland und einigen westdeutschen Regionen tätige Provider nach eigenen Angaben von den Banken frisches Geld in Höhe von 35 Millionen Euro.

Internet mit bis zu 100 Mbit/s

Für die Zukunft schmiedet Tele Columbus bereits wieder große Pläne. In den kommenden drei Jahren sollen rund 200 Millionen Euro in den Ausbau der Kabelnetze investiert und dort Bandbreiten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) realisiert werden. Auch der Bereich HDTV soll weiter entwickelt werden. Der Abschluss der finanziellen Restrukturierung ist auch mit einem Besitzerwechsel verbunden. Neuer Eigentümer ist die von den Kapitalgebern kontrollierte Tele Columbus Management S.a.r.l. Im vergangenen Jahr hatte ein Gläubigerkonsortium Tele Columbus für 2,5 Millionen Euro gekauft.

"Die Restrukturierungsvereinbarung dokumentiert das große Vertrauen unserer Kreditgeber in das Unternehmen Tele Columbus, in die Infrastruktur Kabel und in unser Geschäftsmodell", so Dietmar Schickel, der das operative Geschäft von Tele Columbus leitet. Der Kabelnetzbetreiber sieht das Unternehmen nun auf eine gesunde finanzielle Basis gesetzt und gestärkt. Tele Columbus könne sich nun wieder auf Wachstum am Markt konzentrieren, im Jahr 2009 zählte der Provider rund 2,2 Millionen Kunden.

Schickel: Tele Columbus und Primacom ergänzen sich perfekt

Im Gespräch mit dem "Handelsblatt" sieht Dietmar Schickel weiterhin die enge Partnerschaft mit der Wohnungswirtschaft im Fokus der zukünftigen Strategie. Vor allem in den ostdeutschen Kernregionen will Tele Columbus den Kabelmarkt konsolidieren und "das superschnelle Internet vorantreiben". Der größte Teil des Kabelnetzes von Tele Columbus sei bereits für die Nutzung von digitalen Diensten, Internet und Telefonie aufgerüstet.

Eine Verschmelzung mit dem ebenfalls gerade erst sanierten Kabelnetzbetreiber Primacom könnte für Tele Columbus durchaus eine Option sein, da die Netze sich sowohl technologisch als auch von der regionalen Ausrichtung "perfekt" ergänzen würden. Im vergangenen Jahr sei Tele Columbus wegen der schwierigen finanziellen Lage "noch mit angezogener Handbremse gefahren", so Schickel weiter. Dennoch erzielte der Kabelnetzbetreiber im September und Dezember 2010 bei den neuen Diensten mit 15.000 beziehungsweise 16.000 neuen Buchungen Absatzrekorde. An diesem Niveau will Tele Columbus festhalten und die Kundenzahl weiter ausbauen.

(Jörg Schamberg)

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