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TelDaFax: Handy wird zur tragbaren EC-Kasse

Die eCash-Karte ersetzt zusehends das Bargeld. In manchen Situationen sind jedoch Kartenzahlungen kaum möglich. TelDaFax bietet nun ein Kartenzahlungssystem für mobile Händler an.

19.07.2006, 08:18 Uhr
SMS© TristanBM / Fotolia.com

EC-Karten sind eine praktische Erfindung. Solange die Karte dabei ist, wird Bargeld kaum noch benötigt. Egal ob Tankstelle, Kaufhaus oder Pelzgeschäft, mit der Karte kann fast überall gezahlt werden. Doch die EC-Karten haben einen Nachteil: Gerade mobile Händler besitzen in der Regel keinen Kartenleser. Ein Gerät des Telekommunikations-Anbieters TelDaFax schafft nun Abhilfe.
Kartenjunkies ohne Bargeld
Der Kartenjunkie kennt das Problem, wenn gerade genug Bargeld am Mann ist, um die nächste Nikotin-Dosis am Automaten zu ziehen. Alles andere wird schon lange per Kredit- und EC-Karte bezahlt. Spätestens auf dem Trödelmarkt kommt dann das böse Erwachen. Die Freundin plärrt wegen der ach-so-schönen Vase, die sich sich wirklich sehr gut im Wohnzimmer machen würde, doch das Portemonnaie ist leer. Die Händler nehmen mangels Telefonanschluss und Lesegerät natürlich weder Kredit-, noch EC-Karten. Die Vase muss stehen bleiben oder ein langer Marsch muss angetreten werden, nämlich der zum Geldautomaten.
TelDaFax hat die Lösung für dieses bekannte Problem und macht kurzum das Handy zum EC-Karten-Terminal. Ein umgebautes Siemens C60 dient gleichzeitig als Kartenleser, EC-Kasse und Belegdrucker. Dazu wurde das Handy mit einem Kartendurchzugsleser und einem Drucker für Belegstreifen ausgestattet. Letzterer wird kabellos per Infrarot angesteuert und stört deshalb nicht, wenn das Handy zum Telefonieren genutzt werden soll.
Kartenzahlung mit dem Handy
Wird die Karte durch das Handy gezogen, baut das Handy eine Verbindung zum Electronic-Cash-Server auf. Dort wird die Karte zuerst auf Bonität und Gültigkeit überprüft. Zudem wird gecheckt, ob die Karte nicht als gestohlen gemeldet ist. Sind alle Abfragen beantwortet, wird der Zahlvorgang gebucht und ein Beleg gedruckt, auf dem der Kunde unterschreiben muss, um der Zahlung Gültigkeit zu verleihen. Bei negativen Abfragen hingegen wird auf dem Handy angerufen und der Sachverhalt geklärt. Durch die fehlende PIN-Eingabe lässt sich das System zwar mit gefälschten Unterschriften täuschen, der Leidtragende wäre dann der Händler. Andererseits könnte der Händler sein Handy mit Software ausstatten, die Tasteneingaben mitschneidet und so die PIN erbeuten – auf dem C60 von Siemens sicherlich das geringste Problem, aber es werden künftig auch noch andere Handys mit dem System gerüstet werden. Handys, die durchaus genug Leistung haben, um unsichtbare Keylogger im Hintergrund aktiv zu haben. Gleichzeitig kann durch das Auslesen mit dem EC-Kartenleser eine Kopie des Karteninhalts gespeichert werden. Mit Hilfe eines Kartenrohlings ließe sich dann eine Kartenkopie erstellen.
Teurer Spaß
Die Idee, Kartenzahlungen über das Handy-, also GSM-Netz abzuwickeln, ist nicht neu: Schon seit 2004 nutzt zum Beispiel die Polizei in Nordrhein-Westfalen ausschließlich mobile EC-Terminals, um Bußgelder auf der Stelle kassieren zu können. Mobile Terminals werden bereits von zahlreichen Banken angeboten.
Neu hingegen ist die Kopplung des Dienstes mit einem normalen Handy. Allerdings haben sich auch die Preise gewaschen: Für die Geräte verlangt TelDaFax 699,- Euro, zusätzlich kostet der eCash-Dienst zusammen mit einem D1-Vertrag 29,90 Euro monatlich. Pro Transaktion fallen für den Verkäufer 49 Cent an. Die Lösungen ist nicht gerade günstig: Andere Dienste kosten gerade einmal knapp 10 - 20 Euro monatlich, die Transaktionsgebühren liegen bei rund 20 Cent. Es ist zu erwarten, dass TelDaFax die Kosten recht bald senken wird.

(Christian Rentrop)

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