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Tauziehen um VDSL geht weiter

Freenet steigt mit in den Ring und bietet 200 Millionen Euro. Der Regulierer erhöht unterdessen den Druck und drängt zu Gesprächen.

17.01.2006, 17:14 Uhr
Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

Nie wieder alte Monopolzeiten - darum bemühen sich die Telekom-Konkurrenten auf dem deutschen DSL-Markt zurzeit redlich. Der wunde Punkt ist das von der Telekom geplante neue VDSL-Hochgeschwindigkeitsnetz, mit dem der Ex-Monopolist Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 50 Megabit pro Sekunde realisieren will.
Hilfe von der Konkurrenz
Kurz nach dem United Internet-Konzernchef Dommermuth letzte Woche anbot, sich mit 500 Millionen Euro am Aufbau des VDSL-Netzes zu beteiligen, zog auch die freenet AG nach. "Freenet ist bereit, sich mit rund 200 Millionen Euro an den Investitionskosten zu beteiligen", sagte der Freenet-Vorstandsvorsitzende Eckhard Spoerr der FAZ, befürchtet aber, "dass die Telekom auf das Angebot nicht eingehen wird". Die Telekom äußerte sich bislang nicht direkt zu den mündlichen Offerten der Konkurrenz. Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke sagte der dpa am Dienstag, er wolle das Feld nicht den Wettbewerbern überlassen.
Auch der Chef der Bundesnetzagentur drängt die Telekom zum Gespräch mit der Konkurrenz. "Die Telekom wäre sicher gut beraten, wenn sie eine derartige Investition mit anderen Marktteilnehmern diskutiert und auf freiwilliger Basis Konditionen erarbeitet, die alle zufrieden stellt", sagt Matthias Kurth im Interview mit der Börsen-Zeitung. Bei einer Einigung zwischen der Telekom der Konkurrenz stellt Kurth Regulierungsfreiheit für das VDSL-Netz in Aussicht.
Regulierer setzt Telekom weiter unter Druck
Aber auch wenn keine Einigung erzielt werden kann, plant Kurth nicht direkt regulierend einzugreifen. Der Regulierer will abwarten, ob die von der Telekom durch den Netzausbau in Aussicht gestellten neuen Märkte auch tatsächlich entstehen. Es sei nicht sinnvoll, schon heute einen unbekannten Markt zu regulieren, heißt es dazu in der Börsen-Zeitung.
Die Deutsche Telekom plant rund drei Milliarden Euro in das neue Netz zu investieren, die 50 größten Städte sollen so VDSL-fähig werden. Um die Investitionskosten wieder wett zu machen, fordert der ehemalige Staatsbetrieb eine Ausnahme des VDSL-Netzes von der Regulierung- zumindest für die ersten Jahre nach der Einführung. Nachdem bereits zwei der großen Telekom-Konkurrenten nun ihre Investitionsbereitsschaft signalisiert haben, dürfte das Argument des "Schutzes der hohen Investitionskosten" im Ringen um ein Aussetzen der Regulierung aber nicht mehr viel wert sein.

(Denise Bergfeld)

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