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Taliban nutzen US-Server für Internet-Propaganda

Wie die "Washington Post" am Donnerstag berichtete, veröffentlichte die Gruppe über ein Internet-Unternehmen in Houston im Bundesstaat Texas etwa Berichte über ermordete amerikanische Soldaten und warb um neue Mitglieder.

09.04.2009, 18:07 Uhr (Quelle: DPA)
Internet© Gina Sanders / Fotolia.com

Eine afghanische Taliban-Gruppe hat über ein Jahr lang einen US-Server benutzt, um ihre Verlautbarungen und ihre Propaganda ins Internet zu stellen. Wie die "Washington Post" am Donnerstag berichtete, veröffentlichte die Gruppe über ein Internet-Unternehmen in Houston im Bundesstaat Texas etwa Berichte über ermordete amerikanische Soldaten und warb um neue Mitglieder. Dafür zahlten die Taliban eine Gebühr von 70 Dollar (53 Euro) pro Monat, die sie per Kreditkarte abbuchen ließen.
Blogger enttarnt Seite
Wie die "Washington Post" weiter berichtete, entdeckte ein Blogger die Internet-Seite. Vor einer Woche sei diese aus dem Netz genommen worden. Das Unternehmen sagte, es habe lediglich den Webspace verkauft. Man habe von der Taliban-Verbindung des Kunden nichts gewusst.
Wie es heißt, nutzen islamistische Extremisten des öfteren US-Firmen für ihre Internet-Mitteilungen. Geheimdienste und Internetexperten berichteten von Dutzenden solcher Fälle, heißt es. Grund sei, dass die US-Geschäftsbedingungen Anonymität garantierten. Außerdem seien die US-Firmen vergleichsweise preiswert und ihr Service sei verlässlich. Sogar das Terrornetzwerk El Kaida habe schon US-Firmen bezahlt, um Botschaften in die Welt zu setzen.

(Hayo Lücke)

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