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Tablets, Smartphones und 3D legen zu

Accenture hat sich in acht Ländern umgesehen und den Technikhunger der Konsumenten untersucht. In Deutschland interessieren sich die Nutzer zwar nach wie vor für etablierte Fernseher und PCs, die Nachfrage nach Smartphones und Tablets steigt jedoch.

15.01.2011, 15:01 Uhr
Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com

Auf der CES in Las Vegas wurden in der vergangenen Woche wieder jede Menge begehrenswerte Objekte für Technikfans gezeigt. Während die meisten Netbooks und auch so manches ältere Notebook noch mit einem Single-Core-Prozessor auskommt, pflanzt Nvidia Tegra 2 mittlerweile sogar Smartphones einen zweiten Prozessorkern ein. Die neuen Fernseher stellen nicht nur HD-, sondern auch 3D-Inhalte dar und greifen zudem auf das Internet zu. Für Verbraucher, denen ein einfaches Handy zum Telefonieren und Versenden von SMS sowie ein herkömmlicher Fernseher völlig ausreichen, sicherlich zu viel des Guten. Die Nachfrage nach simpler Technik sinkt allerdings, während funktionsreichere Geräte wie Tablet PCs oder Smartphones auf der Wunschliste nach oben rücken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Management-Beratung Accenture.

Nachfrage nach Tablet-PCs steigt

Die sich über acht Länder – USA, Japan, Deutschland, Frankreich, Brasilien, Indien, Russland und China – erstreckende Befragung ergab, dass sich in diesem Jahr fünfmal mehr Personen einen Tablet-PC kaufen möchten als 2010. Dass die Nachfrage nach Tablet-PCs steigen wird, ist abzusehen, schließlich wurde sowohl auf der IFA im Herbst als auch auf der Elektronikfachmesse CES eine stolze Anzahl neuer Geräte in unterschiedlichsten Ausführungen präsentiert, die dem Kunden viel mehr Auswahl bescheren. Bevor Apple im April das iPad auf den Markt brachte, war der Tablet-Computer ein Nischenprodukt. Die Verbreitung ist dementsprechend klein und die potentielle Zielgruppe groß: Lediglich 4 Prozent der Befragten verfügen bereits über ein Tablet-Gerät. Bei E-Book-Readern erwarten die Berater im Hinblick auf die Untersuchung verdoppelte Absätze, die Smartphone-Verkäufe sollen in diesem Jahr um etwa 50 Prozent anziehen. "Hersteller und Verbraucher folgen zwei Konvergenz-Trends - "Eines für alle" und "Alles auf einem", sagt Nikolaus Mohr Geschäftsführer im Bereich Communications & High Tech bei Accenture.

Etablierte Technik dennoch weiterhin vorn

HD-Fernseher sind in jedem zweiten deutschen Haushalt zu finden, wobei der Absatz in diesem Jahr um rund 10 Prozent sinken soll. Die Nachfrage nach 3D-Fernsehern steigt in Deutschland laut Accenture auf das Fünffache, absolut aber nur auf 6 Prozent. Die Nachfrage in Frankreich liegt gleich auf, in den übrigen sechs Ländern interessieren sich mehr Personen für 3D. Als interessensteigernde Faktoren nannten die Teilnehmer den Wegfall von 3D-Brillen, bessere Preise und mehr 3D-Content. Auch bei den Abspielgeräten wollen die Verbraucher offenbar aufrüsten. Die Verkaufszahlen von DVD-Playern sieht das Unternehmen um etwa 60 Prozent sinken, während sich Blu-ray-Geräte um 50 Prozent besser verkaufen sollen. Bei Betrachtung der absoluten Zahlen ergebe sich aber, dass hierzulande deutlich mehr Menschen nach wie vor zu etablierten Geräten wie Fernsehern oder PCs anstatt zur neuesten Technik greifen. Mobiltelefone bilden die Ausnahme: In diesem Jahr wollen sich 16 Prozent der deutschen Verbraucher ein Smartphone, aber nur 9 Prozent ein herkömmliches Handy anschaffen.

Auf den internationalen Vergleich ausgeweitet, bescheinigt die Studie Konsumenten aus Brasilien, Russland, Indien und China erwartungsgemäß einen deutlich höheren Technikhunger, sowohl bei der Nutzung bereits vorhandener Geräte und Apps als auch beim geplanten Kauf neuer Technik. In China sind außerdem beispielsweise Smartphones und E-Book-Reader wesentlich häufiger vertreten als in anderen Ländern. Stärker auf den Preis bedacht und weniger zahlungsbereit für Premium-Features seien die USA, Japan, Deutschland und Frankreich. In den USA und China hat Accenture zudem eine wachsende Nutzung des mobilen Internets als Ersatz für den Internetzugang am PC ausgemacht.

Insgesamt hat Accenture im Rahmen der Untersuchung (Download) zwischen Oktober und November des vergangenen Jahres 8.002 Befragungen durchgeführt, die sich gleichmäßig über die acht Länder erstreckten. In den Industrieländern seien die Ergebnisse für die Gesamtbevölkerung repräsentativ.

(Saskia Brintrup)

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