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T-Mobile US nimmt Verlust für Angriff auf Konkurrenz in Kauf

Die Deutsche Telekom rollt mit ihrer Tochter T-Mobile US den amerikanischen Mobilfunktmarkt auf. Das macht die Gesellschaft für Rivalen interessiert. Spekulationen um einen Verkauf von T-Mobile US machen wieder die Runde.

02.05.2014, 11:16 Uhr (Quelle: DPA)
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Der Angriff auf die großen US-Mobilfunkanbieter kommt die Telekom-Tochter T-Mobile US teuer zu stehen. Die börsennotierte Gesellschaft verlor angesichts gesenkter Tarife und dem Ausbau des Netzes im ersten Quartal unterm Strich 151 Millionen Dollar (109 Millionen Euro), wie T-Mobile US am Donnerstag mitteilte. Im Vorjahreszeitraum war noch ein Gewinn von 107 Millionen Dollar herausgekommen.

Aggressives Buhlen um Kunden

T-Mobile US war vor einem Jahr mit dem Wettbewerber MetroPCS fusioniert, um Löcher im Netz zu stopfen und besser mit den größeren Rivalen konkurrieren zu können. Die Gesellschaft buhlt seitdem mit günstigeren Tarifen und markigen Werbesprüchen aggressiv um Kunden. Im Quartal kamen 2,4 Millionen hinzu. 1,3 Millionen davon waren besonders lukrative Vertragskunden.

T-Mobile US habe mehr Vertragskunden gewonnen als die restliche Branche zusammen, erklärte Firmenchef John Legere am Sitz in Bellevue im Bundesstaat Washington. Das Unternehmen kam Ende März auf insgesamt 49 Millionen Kunden. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 47 Prozent auf 6,9 Milliarden Dollar, was vor allem am Zusammenschluss mit MetroPCS lag.

Spekulationen um Kaufangebot von Sprint

Vor dem Hintergrund des rasanten Wachstums kochen die Spekulationen um ein Kaufangebot des Rivalen Sprint erneut hoch. Sprint-Finanzchef Joe Euteneuer habe im April mit sechs Banken über die Finanzierung einer möglichen Übernahme gesprochen, berichtete die Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg in der Nacht zum Donnerstag. Bindende Absprachen habe es allerdings noch nicht gegeben, hieß es unter Berufung auf drei mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Schon länger gibt es Hinweise auf ein Interesse von Sprint an T-Mobile US. Sprint ist die Nummer drei der Branche, verliert allerdings Kunden. T-Mobile ist die Nummer vier. Zusammen könnten sie den beiden wesentlich größeren Platzhirschen Verizon Wireless und AT&T Paroli bieten. Allerdings dürfte eine Fusion auf Bedenken der Wettbewerbshüter stoßen. Diese hatten bereits 2011 den Verkauf der damals hundertprozentigen Telekom-Tochter an AT&T vereitelt.

Nach der Fusion mit MetroPCS hält die Telekom noch etwa zwei Drittel der Anteile. T-Mobile US ist an der Börse derzeit rund 24 Milliarden Dollar wert. Sprint käme bei der Finanzierung einer Übernahme die Rückendeckung durch den eigenen Großaktionär Softbank zugute. Dem japanischen Telekomkonzern werden schon länger Ambitionen auf dem US-Markt nachgesagt.

(Jörg Schamberg)

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