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T-Mobile schwächelt bei Neukundengewinnung

Nur 284.000 neue Kunden im ersten Quartal in Deutschland. Auch der Umsatz ging hierzulande zurück.

11.05.2006, 10:06 Uhr
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Die Mobilfunk-Tochter der Deutschen Telekom, T-Mobile, hat das erste Jahresquartal mit einem starken Umsatzwachstum abgeschlossen. Um rund 12 Prozent beziehungsweise 0,8 Milliarden Euro sei der Umsatz im Vergleich zum Ende des ersten Quartals 2005 angestiegen, teilte T-Mobile heute in Bonn mit. Den größten Umsatzsprung verbuchte der Konzern dabei in den USA, wo eine Steigerung von gut 29 Prozent erreicht werden konnte. In Deutschland wurde hingegen weniger Geld eingenommen.
Das US-Geschäft rettet
In den USA kletterten die Einnahmen in den ersten drei Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahr von 2,6 Milliarden Euro auf 3,4 Milliarden Euro. In Deutschland hingegen wurden statt 2,1 Milliarden Euro nur noch 2 Milliarden Euro eingenommen. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) konnte konzernweit von 2,1 Milliarden Euro auf 2,3 Milliarden Euro gesteigert werden. In Deutschland sackte es von 825 Millionen Euro auf 790 Millionen Euro ein. Noch deutlicher fiel das Minus auf dem britischen Markt aus, wo das EBITDA im Jahresvergleich um gut 40 Prozent von 277 Millionen Euro auf 166 Millionen Euro absackte. Ein deutliches Plus meldet das USA-Geschäft: hier stieg das EBITDA im gleichen Zeitraum von 603 Millionen Euro auf 917 Millionen Euro an.
Neukundengewinnung stockt
Die Kundenzahl konnte T-Mobile seit Ende letzten Jahres um 1,2 Prozent auf 87,68 Millionen Kunden steigern. Ende 2005 telefonierten 86,62 Millionen Kunden über eines der T-Mobile-Netze. Den größten Neukundenzuwachs während des ersten Quartals konnte T-Mobile USA mit 1,04 Millionen Neuabschlüssen verbuchen. Insgesamt telefonieren inzwischen fast 23 Millionen Menschen im US-Netz von T-Mobile. In Deutschland wurde die Schwelle von 30 Millionen Kunden überschritten – allerdings nur unter Berücksichtigung so genannter "Machine-To-Machine"-Karten. Insgesamt 440.000 solcher Karten wurden im aktuellen Quartalsbericht erstmals berücksichtigt. Hierbei handelt es sich um Karten, die teilweise oder komplett bei automatisierter Datenkommunikation etwa zwischen Maschinen oder Automaten ihrer Leitzentrale eingesetzt werden. Die reine Neukundenzahl belief sich bei T-Mobile Deutschland auf 284.000. Insgesamt sind bei T-Mobile nun 30,25 Millionen Kunden registriert. E-Plus hatte am Dienstag einen Neukundenzuwachs von fast 700.000 gemeldet.
ARPU geht zurück
Der durchschnittliche Monatsumsatz pro Kunde (ARPU) in Deutschland fiel im Vergleich zum letzten Quartal von 23 auf 20 Euro. Das sei im Wesentlichen durch den anhaltend intensiven Preiswettbewerb sowie die Absenkung der Terminierungsentgelte im Dezember letzten Jahres zu erklären. Um diesem Trend entgegen zu wirken, habe T-Mobile zahlreiche neue Tarife wie T-Mobile@home auf den Markt gebracht. Für diese Festnetz/Mobilfunk-Kombination hätten sich inzwischen bereits 515.000 Kunden entschieden. Konzernweit fiel der monatliche ARPU von 28 auf 27 Euro.
Geringere Kosten für Neukundengewinnung
Im Vergleich zum letzten Quartal wieder gestiegen sind die Kosten für die Kundengewinnung pro Bruttoneuzugang. Waren zum Ende des vierten Quartals im gesamten Konzern im Durchschnitt nur 95 Euro notwendig, waren es zum 31. März 2006 durchschnittlich 115 Euro. Vor einem Jahr lag der Wert bei 130 Euro. In Deutschland musste T-Mobile im ersten Jahresquartal 2006 durchschnittlich 91 Euro investieren, vor einem Jahr waren es noch 107 Euro. Richtig teuer ist die Neukundengewinnung in den Niederlanden, wo durchschnittlich 225 Euro aufgewendet werden müssen.

(Hayo Lücke)

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