News

T-Mobile-Chef prognostiziert fallende Preise

René Obermann hält es für realistisch, dass das durchschnittliche Preisniveau binnen der nächsten zwölf Monate um 20 Prozent sinken wird.

18.02.2006, 23:31 Uhr
Smartphone© goodluz / Fotolia.com

T-Mobile-Chef René Obermann sieht auch trotz des wachsenden Erfolgs der zahlreichen Mobilfunk-Discounter keinen Grund mit einer eigenen Billigmarke an den Start zu gehen. In einem Gespräch mit der "Welt am Sonntag" sagte er, T-Mobile müsse "alle verfügbaren Mittel einsetzen", um die eigene Marke weiter zu stärken. Aus diesem Grunde soll es auch in Zukunft keine eigene Billigmarke geben.
Schmerzhafter Preisfall
Mit Xtra Click & Go ist T-Mobile ohnehin mit einem durchaus konkurrenzfähigen Prepaid-Produkt am Markt aktiv, die eigene Marke soll jedoch offensichtlich nicht verwässert werden. Trotzdem gesteht der führende Kopf der Mobilfunk-Tochter der Deutschen Telekom ein, dass der durch die Mobilfunk-Discounter ausgelöste Preisdruck zumindest kurzfristig schmerzhaft sei. Es gelte daher, die Billiganbieter ernst zu nehmen und denen, mit denen T-Mobile nicht zusammenarbeite, "das Feld nicht kampflos zu überlassen".
Unterdessen rechnet Obermann nicht damit, dass einer der vier großen Netzbetreiber vom deutschen Markt verschwinden wird. "Wir haben einen gesunden Wettbewerb sowohl auf der Netzseite als auch bei Innovation, Services und Preisen. Mit den Discountern sind sogar noch neue Geschäftsmodelle hinzugekommen. Letztlich ist der Markt groß genug, damit vier Netze existieren. Fraglich ist, ob all auch Top-Renditen erzielen können. Das glaube ich eher nicht", so Obermann gegenüber der Zeitung.
Sinkende Preise
Erfreulich für die Kunden dürfte Obermanns Ansicht sein, dass auch künftig die Minutenpreise weiter fallen werden. "Wir haben heute in Deutschland ein Preisniveau von über 20 Cent pro Minute. Angesichts der aktuellen Entwicklung kann es sein, dass das Niveau in den kommenden zwölf Monaten im Durchschnitt noch einmal um bis zu 20 Prozent zurückgeht." Eine sichere Prognose könne aber niemand geben.
Um die eigenen Umsätze zu steigern will Obermann den T-Mobile-Kunden Zusatzverträge verkaufen. Das könnten Notebook-Karten, Taschencomputer, Blackberrys oder auch Zweithandys sein. "Künftig werden Mobilfunkkarten noch häufiger in Laptops, aber auch in hochwertigen Kameras, MP3-Playern und in tragbaren Spielkonsolen stecken", so der T-Mobile-Boss.

(Hayo Lücke)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang