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T-Home: Mehr Kooperationen für mehr VDSL

Bis zu 300 Millionen Euro wollen die Bonner 2009 in den Breitbandausbau stecken: Künftig sollen auch Wettbewerber für ihre Kunden VDSL von der Deutschen Telekom beziehen können.

02.03.2009, 13:46 Uhr
DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

Rund zehn Milliarden Euro hat die Deutsche Telekom nach eigenen Angaben in den vergangenen zehn Jahren in den Ausbau des deutschen Breitbandnetzes investiert: Immerhin konnte auf diese Weise Flächenabdeckung in Höhe von 96 Prozent erreicht werden, betonte T-Home-Chef Timotheus Höttges auf einer Pressekonferenz.
Ausbau soll weitergehen
300 Millionen Euro sollen 2009 noch einmal hinzukommen, wobei wie im vergangenen Jahr ein Drittel der Ausgaben in bislang unerschlossene Gebiete fließen soll. Der weitere Ausbau wird nach den Plänen in direkten Kooperationen mit den Kommunen geschehen, 72 solcher Gemeindepartnerschaften wurden bislang eingegangen. Bis zu 250.000 noch breitbandlose Haushalte sollen dadurch in diesem Jahr ihren Weg an das Netz finden.
Gemeinsame VDSL-Netze mit Partnern
Eine ähnliche Partnerstrategie verfolgen die Bonner auch bei der Weiterentwicklung des VDSL-Netzes: Der Ausbau wird in den 50 größten deutschen Städten bis zur Jahresmitte abgeschlossen sein, spätestens dann jedoch wird die Telekom ihren Alleingang beenden und mittels Kooperationen mit Wettbewerbern wie Vodafone und EWE weitere Haushalte an das Netz anschließen. "Hundert Prozent Netzausbau wird es von der Telekom nicht geben", sagte Höttges. "Wir sind Marktführer, aber auch Wettbewerber. Bei hundert Prozent Netzabdeckung nur durch Deutsche Telekom würden regulatorische Mittel wie beim Schmalband-Geschäft folgen. Deswegen muss Investitionsbereitschaft von Wettbewerbern da sein."
Telekom-VDSL für den Wettbewerb
Um der Regulierung durch die Bundesnetzagentur zuvorzukommen, sollen Wettbewerber ab Frühsommer auch VDSL der Telekom als Vorleistungsprodukt beziehen können, wobei die Kosten für die Nutzung der Plattform mit jedem hinzugeschalteten Kunden sinken sollen. Dies wird laut Höttges recht engagiert geschehen: durch monatliche Anpassungen sollen Preisvorteile direkt an die Konkurrenz abgeben werden. "Entsprechend der Auslastung unserer VDSL-Plattform, werden wir die günstigeren Preise allen unseren Wettbewerbern zur Verfügung stellen. Damit sind die Marktchancen für alle gleich." Derzeit rechne die Telekom damit, den Wholesale-Kunden – je nach Nachfrage – VDSL als Vorleistung für "etwa 30" Euro zur Verfügung stellen zu können.
Die Konkurrenz hatte schon lange einen Zugang zum schnellen VDSL-Netz der Telekom gefordert. Offen ist, wie nun die Bundesnetzagentur auf den Vorstoß der Telekom reagiert. Nach den Worten von Höttges wird sich der Regulierer zunächst in einem Anhörungsverfahren mit den Wettbewerbern austauschen. Die Behörde war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

(André Vatter)

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