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T-Com verliert 503.000 Anschlusskunden

Während die Zahl an DSL-Anschlüssen weiter steigt, muss die Deutsche Telekom weiter einen starken Rückgang an T-Net- und T-ISDN-Kunden verkraften. Mehr noch: immer mehr DSL-Kunden wechseln vom ISDN- auf den günstigeren DSL-Anschluss und würden wohl am liebsten komplett auf den Telefonanschluss verzichten.

10.08.2006, 09:50 Uhr
Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

Als Folge des harten Wettbewerbs auf dem deutschen Markt ist der Gewinn der Deutschen Telekom im zweiten Quartal deutlich zurückgegangen. Wie der Konzern in Bonn mitteilte, sank der Nettogewinn zwischen April und Juli im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 14 Prozent auf 1,05 Milliarden Euro. Der Umsatz nahm zwar um drei Prozent auf 15,13 Milliarden Euro zu, aber allein dank des guten Geschäfts im Ausland. Vor allem das Mobilfunkgeschäft in den USA und Großbritannien entwickelte sich positiv. Innerhalb Deutschlands ging der Umsatz dagegen um 4,4 Prozent auf 8,51 Milliarden Euro zurück.
Seine Erwartungen für den Konzernumsatz des Geschäftsjahres 2006 korrigierte die Deutsche Telekom AG nach unten. Der Vorstand geht nun von einer Summe zwischen 61,5 Milliarden Euro und 62,1 Milliarden Euro aus. Zuvor hatte die Erwartung noch zwischen 62,1 Milliarden Euro und 62,7 Milliarden Euro gelegen. Ausgangspunkt der Analysen sei das "aktuell äußerst wettbewerbsintensive Marktumfeld" in Deutschland, erklärte der Vorstand.
T-Com verliert über 500.000 Anschlüsse
Wenig erfreulich entwickelte sich wie schon in den Vorquartalen das Geschäftsfeld im Bereich Festnetz. Insgesamt kann die T-Com auf 40,1 Millionen Schmalband-Anschlüsse blicken, wovon allein 34,2 Millionen auf Deutschland entfallen. Jedoch verlor die Festnetzsparte der Deutschen Telekom zwischen Anfang April und Ende Juni insgesamt 503.000 Anschlusskunden. Statt 25,2 Millionen besaßen Ende Juni nur noch 24,9 Millionen T-Com-Kunden einen analogen T-Net-Anschluss. Ebenfalls stark rückläufig ist die Zahl der ISDN-Kunden. Die Gesamtzahl sank von 9,6 Millionen auf 9,4 Millionen.
Die Telekom begründet den Rückgang im Wesentlichen durch den "Wechsel von Kunden zu Festnetzwettbewerbern mit vollständig integriertem Komplettangeboten". Allerdings müssen bei dem Bonner Konzern zusätzlich die Alarmglocken schrillen. So wurde nämlich auch bekannt gegeben, dass immer mehr DSL-Kunden von T-ISDN auf T-Net wechseln. Das geschieht wohl nicht nur, um eine geringere Grundgebühr zahlen zu müssen, sondern auch, weil der Telefonanschluss eigentlich nicht mehr benötigt wird. Immer häufiger telefonieren Breitband-Kunden über Voice over IP-Anbieter und besitzen den Telefonanschluss nur, weil er ihnen von der Telekom aufgezwungen wird. Hier ist die Bundesnetzagentur gefragt, schnellstmöglich für eine Entbündelung von DSL- und Telefonanschluss zu sorgen.
Mehr DSL-Anschlüsse - durch Reseller
Mit DSL-Anschlüssen wird die Telekom wohl auch in Zukunft viel Geld verdienen können. Konzernweit konnten im zweiten Quartal 594.000 DSL-Anschlüsse neu geschaltet werden. Der Gesamtbestand an DSL-Kunden stieg auf 9,98 Millionen. Davon sind allein 8,96 Millionen Kunden in Deutschland heimisch. Hierzulande stieg die Anzahl der DSL-Anschlüsse zwischen April und Juni um 402.000 an. Dabei gilt aber festzuhalten, dass davon 387.000 so genannte Resale-Anschlüsse waren, die von T-Com-Wettbewerbern wiederverkauft werden.
Die Zahl der Breitbandtarifkunden stieg in Deutschland um 235.000 auf insgesamt 5,1 Millionen an. Sicher nicht unerfreulich auch die Zahl der Festnetzkunden, die sich für die Sprachflatrate XXL Fulltime entschieden haben. Die Telekom beziffert die Gesamtzahl auf 1,4 Millionen. Für den Optionstarif Festnetz zu Mobil, der günstigere Minutenpreise für Verbindungen in die deutschen Mobilfunknetze ermöglicht, entschieden sich bis Ende Juni bereits 717.000 Kunden.

(Hayo Lücke)

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