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T-Com speichert IP-Adressen nur noch eine Woche

Die Deutsche Telekom will die IP-Daten von Breitbandkunden künftig maximal sieben Tage speichern und nähert sich damit der aktuellen Rechtslage an. Die Umstellung erfordert allerdings einige Monate.

22.02.2007, 13:33 Uhr
Paar mit Laptop© Syda Productions / Fotolia.com

Die Deutsche Telekom AG speichert die IP-Adressen ihrer Breitbandkunden nach eigenen Angaben nur noch sieben Tage. Damit passt sich der Bonner Konzern der aktuellen Rechtslage an. Bislang hatte die Telekom-Tochter T-Com die sensiblen Daten 80 Tage lang gespeichert. Dies widerspricht jedoch den Bestimmungen des Telekommunikationsgesetzes. Die ehemalige T-Com-Tochter T-Online war vom Bundesgerichtshof im Oktober dazu verurteilt worden, die Speicherung dieser Daten zu unterlassen. T-Online wurde zwischenzeitlich wieder in den Konzern integriert.
Neue Rechtslage wird beachtet
Laut den neuen, rechtlichen Bestimmungen ist es den Providern untersagt, bei zeit- und volumenunabhängigen Zugängen – so genannten Internet-Flatrates – diese dynamisch vergebenen IP-Adressen zu speichern. Jeder Nutzer, der sich mit dem Internet verbindet, erhält solch eine Adresse. Von der kürzeren Speicherzeit sind nun auch alle Provider betroffen, die das Netz der T-Com nutzen. Dazu zählen beispielsweise 1&1 und Congster.
Umstellung dauert Monate
"Wir speichern die IP-Adressen künftig noch sieben Tage lang, um die Internetzugangsplattform zu schützen und etwa Spam, Viren oder Trojaner zu bekämpfen", sagte T-Com Pressesprecher Ralf Sauerzapf. Dies gelte sowohl für T-Online, als auch für die T-Com als Vorleister. Die technische Umsetzung werde aber einige Monate in Anspruch nehmen. Dies habe die T-Com mit dem Bundesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit abgestimmt. Einen konkreten Termin, ab wann die neue Regelung für alle Kunden in Kraft tritt, gibt es derzeit noch nicht.
Bei der Verfolgung und Aufklärung von Straftaten im Internet dürfte die neue Vorgehensweise allerdings zu erheblichen Problemen führen. Anhand seiner IP-Adresse lässt sich jeder Internet-Nutzer genau identifizieren. Somit wird es möglich, beispielsweise gegen die Verbreitung von Kinderpornografie vorzugehen oder Nutzer von illegalen Tauschbörsen ausfindig zu machen.
Vorratsdatenspeicherung kommt
Spätestens, wenn die bereits beschlossene Vorratsdatenspeicherung in Deutschland eingeführt wird, müssen die Provider die IP-Adressen ihrer Kunden aber wieder länger speichern. Und das nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa. Sechs bis zwölf Monate Speicherzeit schreibt die entsprechende EU-Richtlinie vor. Die Umsetzung könnte sich aber noch etwas hinziehen. Die Verbindungsdaten bei Telefongesprächen sollen zwar bereits ab Mitte dieses Jahres von den Anbietern gespeichert werden. Bei den Internetdaten wird es aber noch etwas länger dauern: Die Bundesregierung beabsichtigt hierzulande, die Frist für die Speicherung um 18 Monate auszuweiten.

(Stefan Hagedorn und Denise Bergfeld)

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