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T-Com-Konkurrenz zeigt sich zurückhaltend

Trotz Freude über Preistransparenz: Konkurrenten wollen die neuen Angebote der T-Com ganz genau unter die Lupe nehmen.

16.02.2005, 16:14 Uhr
ISDN© Daniel Kühne / Fotolia.com

Die von der T-Com heute vorgestellten neuen Tarife für T-Net und T-ISDN-Anschlüsse sorgen nicht nur bei den eigenen Kunden für Aufsehen. Auch bei der Konkurrenz wird der Vorstoß natürlich mit großem Interesse verfolgt. Ein Grund für die Neuausrichtung sind schließlich mit Sicherheit die steigenden Marktanteile der Wettbewerber im Festnetzgeschäft.
Kritische Töne am Markt
Eine Sprecherin der Tropolys-Gruppe, in der sich zahlreiche City-Carrier wie citykom Münster, mainzkom oder chemtel zusammengeschlossen haben, lobte auf der einen Seite die künftig transparentere Tarifstruktur, fand aber auch kritische Worte: Mit den neuen Tarifen versuche die T-Com, den Erfolg der Stadtnetzbetreiber zu ersticken.
Ob der Telekom-Tochter dies allerdings tatsächlich gelingen werde, müsse abgewartet werden. So sei bei der T-Com für 9,95 Euro extra im Monat nur eine Telefonflatrate für Ortsgespräche zu bekommen während bei den Tropolys-Gesellschaften zum selben Preis eine Voice-Flat für deutschlandweite Verbindungen erhältlich sei. Man werde trotzdem prüfen, inwieweit die neuen Telekom-Tarife wettbewerbsbehindernd sind.
In ein ähnliches Horn bläst man auch bei 01058 Telecom. Der Call by Call-Anbieter, der mit zahlreichen Tochterfirmen am Markt agiert, teilte auf Anfrage mit, dass aktuell genau geprüft werde, wie die neuen T-Com-Angebote zu bewerten seien. Zur Erklärung: Während die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post bei Tarifänderungen der T-Com ihre Zustimmung geben muss, ist dies bei neuen Tarifen nicht notwendig. Hier wird sie erst dann tätig, wenn Wettbewerber Einspruch einlegen.
Ein Arcor-Sprecher mahnte gegenüber unserer Redaktion an, dass das neue Flatrate-Angebot der T-Com Ferngespräche ausgeklammere. Arcor verfolge im Gegensatz die Strategie, seinen Kunden einen Preis für alle Entfernungen und zu jeder Tageszeit anzubieten. Bereits seit Ende Oktober bietet der größte Konkurrent der T-Com zwei Telefonflatrate-Modelle an, die ab 6,95 Euro pro Monat zu den Arcor-Telefonanschlüssen zugebucht werden können.
Politik mischt sich ein
Positives Feedback findet die neue Preispolitik des ehemaligen Monopolisten auch in der Politik. Der telekommunikationspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Rainer Funke, sieht den Wettbewerb auf dem deutschen Festnetzmarkt auf dem richtigen Weg. Es zeige sich, dass die Verbraucher die Gewinner von wettbewerblichen Strukturen seien.
Grund zum Jubeln sieht Funke allerdings nicht. Es falle nämlich auf, dass die Preissenkungen fast ausschließlich für Verbindungsminuten gelten, die Grundgebühren dagegen – wenn überhaupt – nur minimal gesenkt wurden. Genau hier ist der Wettbewerb noch nicht richtig in Bewegung gekommen, kritisiert der Politiker. Hier schimmere durch, dass die Deutsche Telekom bei der Teilnehmeranschlussleitung immer noch über einen Marktanteil von über 90 Prozent verfüge. Es werde deutlich, dass die Preise dort weiterhin hoch blieben, wo der Wettbewerb eingeschränkt sei.

(Hayo Lücke)

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