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T-Com-Interview: Alle Jahre wieder

Auch in diesem Jahr führten wir wieder ein Gespräch mit der Deutschen Telekom. Wir wissen mehr.

11.03.2005, 17:45 Uhr
Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

Es ist fast genau wie im letzten Jahr: kalt, nicht sonderlich voll - und doch eben nur fast, hat sich die Innovationsfreudigkeit des magentafarbenen Riesen indes um 180° gewendet. Wir sprachen mit Rüdiger Gräve.
VoIP: Hat die T-Com Angst?
Der Voice-over-IP-Markt boomt. Und was macht die T-Com-Schwester T-Online? Sie führt ein im Wettbewerbsvergleich überteuertes Angebot ein. Liegt es daran, dass Deutschlands Festnetzbetreiber Nummer eins sein Festnetzgeschäft durch VoIP gefährdet sieht? Nein, sagt Gräve, man müsse beachten, dass die T-Com ein sehr interessantes Festnetzangebot vorzuweisen habe.
Auch von den Leistungsmerkmalen her stünde das Festnetz VoIP in nichts nach - vielmehr noch: VoIP könne da nicht wirklich mithalten. Es sei komfortabel, hochwertig, qualitativ, preiswert - ein super Produkt. Auf die Frage, wieso das Angebot von T-Online bei allen Vorteilen des Festnetzes dann so uninteressant gestaltet sei, geht er nicht ein.
WiMAX-Feldtest
Das Stichwort WiMAX fällt. Bereits vor der Messe von der T-Com angekündigt. Doch wo genau sieht die T-Com eigentlich den Einsatzort der neuen WLAN-Technik und wann ist mit einem Start zu rechnen?
"Erst einmal muss man herausfinden, ob die Technologie überhaupt interessant sein wird. Zunächst startet der Pilot, der Rahmen- und Randbedingungen klären wird. Sollte sich WiMAX als attraktiv erweisen, ist der Einsatz in solchen Regionen denkbar, wo die kabelgebundene Infrastruktur eine DSL-Versorgung nicht zulässt", so Gräve.
Ob es wohl Überlegungen gibt, den T-DSL-Anschluss in naher Zukunft ohne Telefonanschluss anzubieten? Der Pressevertreter verneint wie aus der Pistole geschossen. Schade eigentlich, sprechen fast alle Service-Provider doch davon, dass dies spätestens in drei Jahren nicht mehr der Fall sein werde.
T-DSL via Glasfaser: Wo?
Wenden wir uns dem Thema DSL-via-Glasfaser zu. Auch hier machte die T-Com vor der Messe die Ankündigung, endlich aktiv werden zu wollen. Wo liegen die Möglichkeiten für die Kunden, den Ausbau voranzutreiben?
Wie Gräve uns zu verstehen gibt, seien hier die Einzelfälle zu betrachten. Es ginge nicht nur um die Anzahl der potentiellen Neukunden, sondern auch um die örtlichen Gegebenheiten. Man könne die neue Technik nicht überall einsetzen. Lediglich HYTAS-Infrastrukturen kämen in den Genuss der neuen Outdoor-DSLAM. "Wobei hier natürlich wieder ausreichende Nachfrage vorhanden sein muss, um die Aktion wirtschaftlich zu gestalten".
Outdoor-DSLAM für HYTAS
Die Voraussetzung ist also ein Hybridnetz aus Kupfer- und Glasfaserkabeln? Interessant, denn gestern besuchten wir den Siemens-Stand. Dort sagte man uns etwas über so genannte "Pizzaboxen", die in die Kabelverzweiger eingebaut werden. Gräve nickt zustimmend. Eine Upstream-Erweiterung für T-DSL 1000 auch für Privatkunden? Nicht geplant, murmelt Gräve. "Nein, das ist derzeit kein Thema. Wer mehr Upstream benötigt, nutzt meiner Meinung nach ohnehin T-DSL 2000 oder die Variante mit 3 Mbit/s Downstream. Dort besteht ja dann auch die Möglichkeit, die Sendegeschwindigkeit zu verschnellern." Eigentlich einleuchtend.
SDSL für den Pöbel?
Die nächste Frage: Ist ein SDSL-Zugang für Privatkunden in Planung? Die nächste Antwort: Da müsse man zunächst klären, ob eine Nachfrage vorhanden sei. Die Erfahrung sage jedoch, dass die Kunden mehr saugten, als dass sie versendeten. Ich ertappe Gräve beim Schmunzeln. Wie er das wohl meint...
Magenta Phagocytose
T-Online und T-Com wollen bekanntlich verschmelzen. Nur was genau ändert sich dadurch für den Verbraucher? Werden DSL-Komplettpakete aus einer Hand angeboten? Niemand weiß es, auch der Telekom-Pressesprecher nicht. "Da können wir noch nichts zu sagen, da der Verschmelzungsprozess in der Zukunft liegt." Na gut.

(Michael Müller)

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