Auswertung

Surfspeed im Vergleich: Große Unterschiede in deutschen Städten

Verivox hat für 25 deutsche Großstädte ermittelt, welchen Surfspeed Kunden buchen. Die Tempo-Unterschiede sind nicht nur zwischen Stadt und Land groß: In Karlsruhe und Frankfurt surfen Kunden deutlich schneller als in München.

DorfIn Ostdeutschland sind die Unterschiede zwischen Stadt und Land besonders groß (Symbolbild).© nemesis2207 / Fotolia.com

Heidelberg – Deutschland surft immer schneller – doch die Tempo-Unterschiede beim Surfspeed sind weiterhin groß. Das zeigt eine Auswertung der Tarifexperten von Verivox für 25 deutsche Großstädte. Auch im Vergleich mit ländlichen Regionen werden die Unterschiede deutlich.

Magdeburg und München unter 50 Mbit/s

Karlsruhe und Frankfurt sind Spitzenreiter beim schnellen Surfen: In beiden Städten betragen die gebuchten Geschwindigkeiten im Schnitt fast 80 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). In Magdeburg und München wird hingegen mit durchschnittlich 47,9 bzw. 49,6 Mbit/s am langsamsten gesurft – sie sind die einzigen der 25 Großstädte, die noch unterhalb von 50 Mbit/s liegen. Für das gesamte Bundesgebiet liegt der Internet-Speed 2017 durchschnittlich bei 57 Mbit/s – zwei Jahre zuvor waren es lediglich 42 Mbit/s.

Verivox: 57 Mbit/s sind zu wenig

"Ein Mittelwert von 57 Mbit/s ist immer noch deutlich zu wenig", findet Jens-Uwe Theumer, Vice President Telecommunications bei Verivox. Höhere, stabile Bandbreiten seien dringend erforderlich: "Alleine in den letzten beiden Jahren ist der Datenversand über stationäre Anschlüsse in Deutschland um rund 40 Prozent gestiegen. Kabelinternet ermöglicht schon heute die zehnfache Bandbreite, mit Glasfaseranschlüssen sind sogar 1.000 Mbit/s möglich."

Die größten Sprünge gab es in Erfurt (plus 27,7 Mbit/s), Frankfurt/Main (21,6) und Berlin (20,5). Die geringsten Zuwächse sind in Magdeburg (12,6), Wiesbaden (12,4) und Essen (11,5) zu verzeichnen.

Kommunen rufen Fördermittel nicht ab

2015 starteten die bundesweiten Förderrunden für schnelleres Internet. Doch bislang haben die Kommunen kaum Gelder abgerufen. "Den Großteil des Ausbaus und damit auch des Speed-Zuwachses haben die Netzbetreiber ohne staatliche Mittel gestemmt", sagt Jens-Uwe Theumer.

Stadt-Land-Kluft im Osten am größten

Unterschiede zwischen Stadt und Land sind nach wie vor spürbar; das zeigt der Vergleich von Städten ab 100.000 Einwohnern und eher ländlicheren Regionen. Die größten Speed-Unterschiede zwischen Stadt und Land sind im Osten zu verzeichnen, und zwar in Sachsen (18,5 Mbit/s) und in Thüringen (16 Mbit/s). Die niedrigste Kluft zeigen die Verivox-Daten in Bayern (4,8 Mbit/s) und Schleswig-Holstein (6,4 Mbit/s) auf.

Auch die Zahl der verfügbaren Anbieter variiert stark zwischen städtischer und ländlicher Region. Die größte Differenz bei der Anbieterdichte in der jeweils größten und kleinsten Stadt eines Bundeslandes verzeichnet Sachsen-Anhalt – in Sandau stehen nur sechs Anbieter zur Verfügung, in Halle/Saale hingegen 13. Gar keine Differenz konnte für das Saarland festgestellt werden.

Kabel fast immer schnellste Technologie

Die Technologie des jeweils schnellsten gebuchten Tarifs war 2017 fast immer Kabelinternet. Auf Bundeslandebene war das grundsätzlich der Fall (Kabel mit 200 bis 500 Mbit/s), auf die 25 größten Städte betrachtet gab es Ausnahmen. In Hannover, Kiel, Magdeburg, Mainz, Potsdam, Rostock und Saarbrücken lagen die schnellsten gebuchten Anschlüsse nur bei 100 Mbit/s – gebucht sowohl über Kabel als auch über DSL.

Zur Methodik

Analysiert wurden die von 2015 bis 2017 über Verivox abgeschlossenen Privatkundentarife für stationäres Internet. Zusätzlich wurde die Zahl der verfügbaren Breitbandanbieter in den jeweils größten und kleinsten Städten eines Bundeslandes erhoben (Stand 3.9.2018). Dafür bildeten eigene Recherchen sowie der Bundesbreitbandatlas die Datenbasis.

Melanie Zecher

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