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Studie: Wer illegal lädt, gibt mehr Geld für Musik aus

Eine aktuelle Studie kommt zu dem Ergebnis, dass illegale Downloader mehr Geld für Musik ausgeben als die gesetzestreuen Nutzer. Dennoch: Abhilfe könnten günstige und attraktive, legale Dienste schaffen.

04.11.2009, 09:21 Uhr
Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Immer wieder stöhnen Musik- und Filmindustrie im Kanon über steigende Verluste durch Filesharer, die sich komplett kostenlos und illegal mit den neuesten Hits und Streifen versorgen. Dem gegenüber stehen Studien, die den Gratis-Fans durchaus auch eine Bereitschaft zum Bezahlen und Kaufen bescheinigen. Aktuell kommt eine Erhebung der Marktforscher von Ipsos MediaCT im Auftrag der Ideenfabrik Demos zu diesem Ergebnis.
Befragung von rund 1000 Onlinern
Wie unter anderem "The Independent UK" berichtet, gibt die Gruppe der illegalen Downloader das meiste Geld für Musik aus. Die Studie beruht auf 1008 Befragungen von Briten im Alter zwischen 16 und 50 mit Internetzugang, die Ipsos MediaCT im Oktober dieses Jahres durchgeführt hat. Rund 30 Prozent der Personen gaben an, BitTorrent, Rapidshare oder Google zu nutzen, um Zugang zu kostenlosen Downloads zu erhalten. Zwei Drittel der Musik-Downloader greifen außerdem auf Film-, Spiele- und Software-Downloads zurück. Diese Ergebnisse werden den Platten- und Filmfirmen sicher nicht schmecken, die Studie will aber andererseits herausgefunden haben, dass diese Nutzer auch legale Internet-Dienste für Musik oder andere Inhalte aufsuchen. Insgesamt gaben 26 Prozent aus dieser Gruppe an, mehr Geld für Musik ausgegeben zu haben. Insgesamt investieren sie dem Bericht zufolge 77 Pfund (ca. 85 Euro) pro Jahr, was einem Plus von 33 Pfund verglichen mit den legalen Nutzern entspreche.
Warum illegale Downloads?
Gründe für das illegale Handeln seien unter anderem ein Ausprobieren der Inhalte, die reine Verfügbarkeit, aber auch Inhalte, die sich auf legalem Wege nicht finden lassen. Nur neun Prozent sagten, ihnen sei das Urheberrecht egal. Was die Filesharer vom illegalen Herunterladen abhalten würde, wären der Studie zufolge nicht nur Strafen wie angedrohte Netzsperren, sondern auch neue und preislich sowie inhaltlich attraktive, legale Dienste. Die befragten britischen Nutzer versorgen sich vorrangig via Youtube (50 Prozent), iTunes (27 Prozent) und Internetradios (22 Prozent) mit Musik. Bekannt sind den meisten auch MySpace, Nokias Musikangebot, Amazon und Napster, diese Dienste werden aber nur von vier bis 13 Prozent genutzt.
Hierzulande gibt es im Musikbereich zum Beispiel Napster oder andere Musikflatrates, die unbegrenztes Musikhören zum Pauschalpreis anbieten. Im Videobereich ist eine so umfassende Versorgung noch nicht zu verzeichnen, lediglich die Online-Videotheken und Video on demand-Angebote wie Videoload oder Maxdome gehen in diese Richtung.

(Saskia Brintrup)

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