News

Studie: Viel Arbeit macht krank

Geahnt hat man es längst, doch eine Studie bringt jetzt Gewissheit: Lange und unregelmäßige Arbeitszeiten schaden der Gesundheit.

09.05.2009, 13:01 Uhr
Netzwerk© TheSupe87 / Fotolia.com

Arbeit adelt, so ein Sprichwort. Dass sie aber auch krank machen kann, geht aus einer Untersuchung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz (BA) hervor. Befragt wurden 50.000 Personen aus Deutschland und Europa. Ergebnis: Lange Arbeitszeiten belasten Nachtruhe, Rücken und Herz.
Schichtarbeit schadet
Schichtarbeit, variable Arbeitszeiten und schwere Arbeit erschweren die Situation noch zusätzlich. Besonders deutlich machen dies die beiden Umfragen aus Deutschland, so die BA: Jeder Vierte mit einer Arbeitszeit von mehr als 60 Stunden pro Woche klagt über Schlafbeschwerden.
Unter den Vollzeitbeschäftigten (35 bis 44 Wochenstunden) ist jeder Fünfte betroffen, während nur jeder zehnte Teilzeitbeschäftigte schlecht schläft.
Offenbar bleibt die Gesundheit aber zunehmend auf der Strecke, denn die Arbeitszeiten in Deutschland werden immer flexibler. Das Statistische Bundesamt verzeichnete 2007 einen Höchststand an Schicht-, Nacht- und Wochenend-Arbeit.
Tragisch: Selbstmord wegen Arbeit
Dabei können schlechte Arbeitsbedingungen sogar bis zum Tode führen – und zwar nicht durch Staublunge und Arbeitsunfall, sondern durch seelischen Stress. So haben sich in Frankreich nach Gewerkschaftsangaben binnen weniger Wochen vier Mitarbeiter von France Télécom das Leben genommen.
Auch hier sollen schlechtere Arbeitsbedingungen eine Rolle gespielt haben. In den Abschiedsbriefen wurden nicht Einsamkeit und Überschuldung, sondern Versetzung, neue Arbeitszeiten und technische Überforderung am Arbeitsplatz als Gründe angegeben.

(Dorothee Monreal)

Kommentieren Forum
Zum Seitenanfang