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Studie: UMTS reizt kaum

Die Marktforscher von TNS Infratest fanden heraus, dass die deutschen Mobilfunkkunden mit ihrem Handy hauptsächlich telefonieren und SMS schreiben wollen. Mobile Datendienste sind kaum von Interesse.

17.02.2006, 09:47 Uhr
SMS schreiben© Andres Rodriguez / Fotolia.com

Das Internet und andere Datendienste auf das Handy zu holen ist für viele Mobilfunker eines der wichtigsten Ziele für die Zukunft. Insbesondere bei Vodafone stehen UMTS, das Handy-Fernsehen und andere Angebote für die dritte Mobilfunkgeneration hoch im Kurs. Das seit vielen Quartalen starke Neukundenplus zeigt auch, dass dieser Weg so falsch nicht sein kann. Dennoch stehen viele deutsche Mobilfunkkunden mit mobilen Datendiensten auf dem Kriegsfuß. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Infratest unter 1.462 deutschen Handynutzern im Auftrag von E-Plus.
Telefonie und SMS wichtig
Wie es heißt, sind Sprachtelefonie und SMS die beliebtesten Anwendungen in Bezug auf die Handynutzung. Über drei Viertel der Befragten (75,4 Prozent) nutzen ihr Handy dazu, wofür es eigentlich gedacht ist: zum Telefonieren. Überraschenderweise nutzen sogar mehr Mobilfunkkunden ihr Telefon zum Verschicken von SMS (79 Prozent). Die Nutzung von MMS fällt bereits deutlich ab. Nur 24,6 Prozent geben an, MMS beziehungsweise Fotos mit ihrem Handy zu versenden und empfangen. Das hingegen überrascht wenig, denn bei einem Preis von 39 Cent je MMS ist dieses Angebot für viele Nutzer einfach zu teuer.
Noch weniger genutzt werden mobile Datendienste wie das E-Mailen über das Handy (8 Prozent), Musikdownload (6,1 Prozent) oder Surfen im Internet (4,7 Prozent). Videotelefonie nutzen sogar nur 0,6 Prozent der Befragten, HandyTV nur 0,4 Prozent. Was unter UMTS zu verstehen ist, weiß der Studie zufolge nur ein Drittel der deutschen Mobilfunknutzer. 42,6 Prozent haben von UMTS gehört, wissen aber nicht, worum es sich handelt. Ein Viertel der Befragten gab an, noch nie etwas von UMTS gehört zu haben.
Da kommt natürlich die Frage auf: wie sieht es mit der Zukunft aus? Lediglich etwas mehr als zwei Prozent aller Befragten besitzen derzeit ein UMTS-Handy oder eine UMTS-Notebookkarte. Davon wiederum gaben rund 84 Prozent an, noch nie einen UMTS-Dienst ausprobiert zu haben. Ebenfalls gering ausgeprägt ist das Interesse, UMTS zukünftig zu nutzen. Nur 5,4 Prozent der Befragten, die bisher kein UMTS nutzen, bekunden ein Interesse daran, dies in Zukunft zu tun. Doch mal ehrlich: wer nutzt schon ein Angebot, von dem er keine Ahnung hat?
Flatrates beliebt
Bei der Frage, wie die Nutzung mobiler Datendienste abgerechnet werden sollte, plädieren über 46 Prozent für Flatrates. 29 Prozent wünschen sich eine zeitbasierte Abrechnung, 12 Prozent eine volumenabhängige Abrechnung. 12,4 Prozent der Befragten machten keine Angaben. Befragt man die Mobilfunknutzer zur Wichtigkeit von bestimmten Mobilfunkdiensten in der Zukunft, ergibt sich ein klares Bild. Fast die Hälfte (48,3 Prozent) gibt an, dass einfache Tarife für sie persönlich das Wichtigste in Sachen mobiler Kommunikation sind. Auf Platz 2 folgt mit rund 29 Prozent das Senden und Empfangen von SMS und MMS, gefolgt von mobilem Internet mit 8,9 Prozent.
Insgesamt kann sich ein Viertel der Mobilfunknutzer bereits heute vorstellen, auf das Festnetz zu verzichten und Sprachtelefonie sowie Datendienste nur noch über Ihren mobilen Anschluss zu nutzen.

(Hayo Lücke)

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