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Studie: Telekommunikationsbranche in Deutschland bis 2015 ohne Wachstum

Die Umsätze der Telekommunikationsbranche in Deutschland gehen seit Jahren zurück und lagen 2012 knapp über 60 Milliarden Euro. In einer aktuellen Studie von Steria Mummert Consulting sehen befragte Führungskräfte der Branche bis 2015 kein Wachstum - es gibt aber auch Lichtblicke in einzelnen Bereichen.

09.03.2013, 10:01 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Die Zeit des großen Wachstums der deutschen Telekommunikationsbranche ist vorbei. Diesen Eindruck vermittelt zumindest die aktuelle Studie "Branchenkompass 2013 Telekommunikation" von Steria Mummert Consulting. Auch wenn immer mehr Bundesbürger das Internet nutzen: Die im Rahmen der Studie im Zeitraum von September bis Dezember des vergangenen Jahres vom F.A.Z.-Institut befragten Führungskräfte von ausgewählten Telekommunikationsunternehmen zeigen sich für die Zukunft eher pessimistisch. Sie erwarten in den kommenden drei Jahren "bestenfalls stagnierende Umsätze" in der Branche. Für einzelne Bereiche gibt es aber auch Lichtblicke.

Umsatz bis 2015 stagniert oder geht leicht zurück

Den bisherigen Umsatzrekord erzielte die Branche im Jahr 2005 mit 68,8 Milliarden Euro – seitdem geht es bergab. In den vergangenen beiden Jahren konnte sich der Umsatz jeweils nur knapp über 60 Milliarden Euro halten. Bis zum Jahr 2015 werden die Umsätze nach Einschätzung der befragten Branchenmanager auf diesem Niveau stagnieren, auch ein weiterer leichter Rückgang sei denkbar.

Als Gründe werden zum einen strikte Regulierungsvorgaben aber auch ein "hoher Innovations- und Investitionsdruck" genannt, die weiterem Wachstum entgegenwirken. In den kommenden drei Jahren steht sowohl bei Festnetz, Kabelnetz- und Mobilfunknetzbetreibern der Infrastrukturauf und -ausbau ganz oben auf der Prioritätsliste. Die hohen Investitionskosten drängen die Unternehmen zu verstärkten Kooperationen. "Der Telekommunikationsmarkt selbst ist in Deutschland allerdings schon seit einigen Jahren gesättigt", erläutert Reinhold Weber, Telekommunikationsexperte bei Steria Mummert Consulting.

Abwärtstrend beim Festnetz - Kabelnetzbetreiber und Regionalanbieter mit guten Aussichten

Doch die Entwicklung innerhalb der Branche ist nicht einheitlich, entgegen dem Trend konnten die Kabelnetzbetreiber in den vergangenen fünf Jahren stark wachsen. Die Umsätze im Breitbandkabelnetz erreichten demnach im vergangenen Jahr den Rekordwert von 4,4 Milliarden Euro. Und nach Einschätzung der befragten Führungskräfte wird diese Entwicklung wohl auch weiter positiv verlaufen. Allerdings macht der Umsatz der Kabelnetzbetreiber wie Kabel Deutschland, Unitymedia und Co. erst einen Anteil von lediglich 7,3 Prozent des Gesamtumsatzes der Branche aus.

Ein Trend allerdings ist unverkennbar: Die Umsätze im Festnetz gehen weiter stetig zurück. Dennoch erzielt die Branche damit immer noch den Löwenanteil von 51,4 Prozent der gesamten Branchenumsätze. Beim Blick auf einzelne Unternehmen zeigt sich, dass insbesondere die Deutsche Telekom im Festnetz Federn lassen musste, während einzelne Wettbewerber dagegen sogar leicht zulegen konnten. Die Umsätze verlagern sich zudem immer mehr vom Festnetz zum Mobilfunk: Aufgrund der weiter steigenden Nachfrage nach Smartphones und Tablets boomt das mobile Internet. Ein Trend der sich weiter verstärken wird. In absoluten Zahlen nehmen die Umsätze aber auch im Mobilfunk ab.

Zuversichtlich schätzen regionale Telekommunikationsanbieter ihre Zukunftschancen ein. Sie wollen sich vor allem durch den Fokus auf rentable Projekte und durch eine "regionale Verankerung" dem Abwärtssog der Branche entziehen.

(Jörg Schamberg)

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