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Studie: Smart TVs zu komplex - Internetanwendungen kaum genutzt

Smart TVs sind auf dem Vormarsch, doch die Nutzer greifen bislang kaum auf die Fülle an integrierten Anwendungen zu. Die internetfähigen Fernseher werden laut einer Studie der NPD Group vor allem zum Aufruf von Videodiensten sowie für Musik-Streaming genutzt.

30.12.2012, 15:30 Uhr
Internet© arquiplay77 / Fotolia.com

Immer mehr internetfähige Fernseher, sogenannte Smart TVs, fluten den Markt. Doch bislang blieb der große Durchbruch aus. Im vergangenen Monat stellten Analysten von Informa Telecoms & Media in einer Studie bereits fest, dass Smart TVs meist nur als Mattscheibe dienen. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch eine aktuelle Studie der Marktforscher der NPD Group. Internetfähige Flachbildfernseher werden unter anderem genutzt, um auf alternative Videoinhalte zugreifen zu können. Rund sechs von zehn Verbrauchern mit einem Smart TV rufen über ihr Gerät zusätzliche Videodienste auf.

Videodienste und Musik-Streaming beliebt

Neben dem Fernseher bieten auch andere Geräte wie beispielsweise Spielkonsolen, Set-Top-Boxen und Blu-ray-Spieler eine Auswahl an Apps für den Zugriff auf soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter sowie teils auch einen Browser zum Surfen im Internet. Während 15 Prozent der HDTVs direkt mit dem Internet verbunden sind, vergrößert sich die Zahl der internetfähigen Fernseher auf 29 Prozent durch indirekten Anschluss über externe Geräte wie Set-Top-Boxen oder Spielkonsolen.

Doch laut NPD sei es den Herstellern bislang nicht gelungen sich mit den Funktionen beim Nutzer durchzusetzen. PC, Smartphone oder Tablets seien für die Verwendung solcher Dienste besser geeignet. Lediglich Musik-Streaming-Apps wie Pandora erfreuen sich neben Videodiensten auf den vernetzten Fernsehern wachsender Beliebtheit. Die Mehrheit der Anwendungen konzentriert sich auf TV- und Video-Inhalte. Microsoft bringt demnächst mehr als 40 zusätzlich TV-Anwendungen für seinen "Xbox Live"-Abonnementdienst. Anwendungen wie Facebook, Twitter, Videogespräche oder der Upload von Fotos werden bislang jeweils von weniger als zehn Prozent der Nutzer auf ihrem TV verwendet.

NPD: Verbraucher sind überfordert - Einfachere Nutzung erforderlich

Nicht wenige Anwendungen werden über verschiedene Geräte gleichzeitig zur Verfügung gestellt, was für Verbraucher eher verwirrend als hilfreich sei. Hinzu kommt, dass sich Inhalte zusätzlich auch von Smartphones und Tablets sowie DLNA-fähigen Geräten auf den großen Bildschirm übertragen lassen. NPD sieht die Anwender daher schlicht überfordert mit der Vielzahl der Möglichkeiten, die Smart TVs und andere internetfähige Geräte aktuell bereits bieten. Weitere Optionen neben der Videonutzung würden kaum ausprobiert. Gerätehersteller sollten ihren Fokus daher vor allem auf eine einfachere Nutzung legen.

(Jörg Schamberg)

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