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Studie: Privat-Surfen am Arbeitsplatz meist erlaubt

Die Mehrzahl der deutschen Großunternehmen erlaubt ihren Angestellten das private Surfen oder Telefonieren am Arbeitsplatz, so eine aktuelle Studie im Auftrag der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers AG.

13.05.2010, 13:01 Uhr
Internet© rajareddy / Fotolia.com

Zahlreiche Urteile haben es in den letzten Jahren gezeigt: Das deutsche Arbeitsrecht birgt für allzu sorglose Arbeitnehmer mitunter zahlreiche Fallstricke. Bereits harmlos wirkende "Bagatellverstöße" können demnach eine fristlose Kündigung rechtfertigen. Auch das Thema private Internet- und Telefonnutzung am Arbeitsplatz spielt dabei immer wieder eine prominente Rolle und kann laut Bundesarbeitsgericht unter bestimmten Umständen auch ohne Abmahnung zur Entlassung führen. Andererseits erlauben die meisten Großunternehmen in Deutschland ihren Angestellten eine Internet- und Telefonnutzung auch für private Zwecke, so eine aktuelle Umfrage von TNS-Emnid unter 230 Datenschutzbeauftragen der 1.000 größten deutschen Unternehmen im Auftrag der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers AG (PwC).

20 Prozent der Unternehmen ohne Beschränkung

Demnach können Telefon und Internet in 20 Prozent aller Betriebe ohne Einschränkungen auch für private Zwecke genutzt werden. In 48 Prozent der Firmen gilt die eingeschränkte Privatnutzung nach vorgegebenen Regeln. Diese basierten jedoch in jedem vierten Unternehmen nur auf mündlichen Absprachen oder betrieblicher Gewohnheit, so Birthe Görtz, Datenschutzexpertin bei PwC. "Um arbeits- und haftungsrechtliche Auseinandersetzungen von vornherein zu vermeiden, sollten die Arbeitgeber klare Regeln für die private Nutzung in einer Dienstanweisung oder Betriebsvereinbarung schriftlich niederlegen", empfiehlt Görtz.

So gebe es in jedem zehnten kleineren Großunternehmen mit Jahresumsatz unter 500 Millionen Euro keinerlei Vorschriften zur privaten Kommunikation am Arbeitsplatz. Ein Viertel der Unternehmen spreche hingegen klare Verbote für eine nicht-berufliche Nutzung von Internet und Telefon aus. Besonders strikt und mit 40 Prozent überdurchschnittlich repräsentiert sind dabei laut Studie Unternehmen, die ausschließlich in Deutschland aktiv sind.

(Christian Wolf)

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